Die römische Stadt Carnuntum.
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harnischen Alpen hinaus nach Noricum ausbreiteten. L i v i u s
(L. XLVIII., c. 3.) sagt ausdrücklich: Carni, quondam. Taurisci,
tune Norici, und Strabo nennt unter den norisch-keltischen Völkern
auch die xäpvoi. — Es mag wohl ein mehr als bloss nomineller Zusammenhang
zwischen diesem Volke und Carnuntum Statt finden i).
Im Lande der Carni scheint aber auch eine Stadt Carnus (genit.
Carnuntis) gewesen zu sein, von der Livius (L. XLIII., c. 1)
hei Gelegenheit der römischen Unternehmungen gegen Macedonien
spricht: „Eadem aestate 2 ), qua in Tliessalia equestri pugna
vicere Romani, legatus, in Illyricum a consule missus, opulenta
duo oppida vi atque armis coegit in deditionem, omniaque Hs
sua concessit, ut opinione clementiae eos, qui C a r nu nt ein 8 )
munitam urbem incolebant, adliceret; postquam nec, ut
dederent se, compellere, neque capere obsidendo poterat, ne
duabus oppugnationibus nequidquam fatigatus miles esset,
quas prius intactas urbes rcliquerat, diripuit 4 ). Es wäre
schwer zu begreifen, wie die Römer bei der Bekriegung Macedoniens
(zu der auch, wie aus dem Folgenden hervorgeht jener Zug
des Legaten — Q. Mucius (?) — diente), unser an der Donau gelegenes
Carnuntum einzunehmen gebraucht hätten, da es doch mit
Macedonien in keinem Zusammenhänge stand, und das ganze, ungeheure
Noricum oder Pannonien, damals noch sehr wild und von einem
noch unbezwungenen Volke bewohnt, sich dazwischen ausdehnte.
Hier ist also wahrscheinlich von einer carnischen oder illyrischen
’)
2 )
3 )
4 )
Vgl. Diefenbach, Celtica, II, S. 131 und S. 320.
538 a. u. c., 215 v. Chr.
Nach allen MSS. und den besten Ausgaben ist liier Carnuntem, nicht, wie
einige haben, Carnuntum zu lesen.
Diese Stelle hat mehrere (wie Cluver, Lambeck u. a.) veranlasst anzunehmen,
<las unser Carnuntum an der Donau schon damals von den Römern belagert
worden sei. Die Schreibweise unsers Carnuntums ist übrigens schwankend.
Ptolemaeus hat xafivovg, Plinius Carnutum und Carnuntum, Aur.
Victor und Zosimus Carnutum, P. Orosius Carnotum, die übrigen
Schriftsteller Carnuntum. — In späterer Zeit wurde dieser Name endlich für
Carantanum, Kärnten gebraucht; Paulus Diaconus (V. 25) sagt sogar
ausdrücklich, als Cr die Flucht Warnefried’s erzählt: v fugit ad sclavorum
gentem in Carnuntum, guod corrupte vocitant Carantanum." Und Carlmann
erhielt bei der Theilupg des Reichs 876: Bojar!am, Pannoniatn et Car-'
nnntum, guod corrupte dicitur Carantanum.