Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

650

Freiherr  Ha  m  m  e  r  -  P  u  r  g  s  t  a  11.

haltest  es  nicht  aus;  endlich  versprach  er  ihm  in  einer  mondhellen
Nacht  im  Thale  Baku  zu  erscheinen,  er  bedeckte  den  ganzen  Gesichtskreis ­
  und  der  Prophet  fiel  in  Ohnmacht  nieder;  als  Gabriel  wieder
in  seiner  vorigen  Gestalt  zum  Gottgesandten  kam,  sagte  dieser:
0  Gabriel!  ich  glaubte  nicht,  dass  Gott  dergleichen  erschaffen,  und
Gabriel  sagte:  0  Gottgesandter!  was  würdest  du  erst  von  Israfil
sagen,  dessen  Haupt  an  den  höchsten  Himmel  stösst,  und  dessen
Fiisse  unter  den  Grundfesten  der  Erde,  und  der  doch  vor  Gott  nutklein
  wie  ein  Sperling.
477)  Gott  schuf  den  Israil  mit  den  Füssen  in  den  Abgründen
der  Erde  und  mit  dem  Haupte  im  höchsten  Himmel,  sein  Gesicht  ist
gegenüber  der  Tafel  des  Schicksals  (wo  die  Todesfälle  verzeichnet
sind)  und  er  hat  so  viele  Helfer  als  Menschen  sterben,  die  alle  vor
seinen  Augen  stehen,  er  nimmt  den  Geist  keines  Geschöpfes  in
Empfang  als  wann  dessen  Nahrung  abgelaufen  und  dessen  Termin
gekommen.
478)  Mein  Herr  speiset  mich  und  tränket  mich.
479)  Die  beste  Andacht  ist  die  Bewahrung  der  Scham.
480)  Die  Abgeschiedenen  kümmert  nicht  ihr  eigener  Tod,
sondern  der  jener,  die  ihnen  nachfolgen.
481)  Wer  sündigt,  weiss  dass  er  einen  Herrn  hat,  der  ihm
wenn  er  will  verzeiht,  und  der  ihn  wenn  er  will  bestraft.
482)  Güter  sind  Schlangen  und  Ehren  sind  noch  schädlicher.
483)  Tödtet  immer  mehr,  denn  das  Tödten  tödtet  das  Tödten.
484)  Wenn  Gott  seine  Vorherbestimmung  durchführen  will,  so
raubt  er  den  Vernünftigen  ihre  Vernunft.
485)  Wenn  den  Menschen  Krankheit  befällt  oder  noch  stärkerer ­
  Gram,  so  wird  er  doch  aufgeheitert.
486)  Das  Begehren  des  Erlaubten  ist  Pflicht  auf  Pflicht.
487)  Begehrt  die  Nahrung  von  dem  Verborgenen  der  Erde.
488)  Der  Gläubige  liebt  die  Süssigkeit.
489)  Der  Dank  steht  denen  zu,  die  Wohlthaten  empfangen
haben.
490)  Hütet  euch  vor  bösem  Gesellschafter.

477)  S.200.  478)  S.  208.  479)S.209.  4S0)S.210.  481)S.2i7.  4S2)S.230.
483)  S.  245.  484)  S.  251.  485)  S.  258.  486)  S.  267.  487)  S.  268.  488)  S.  285.
489)  S.  295.  490)  S.  298.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.