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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

ilber  den  Ursprung  des  Privilegium  Fridericianum  majus.

63b

„praedictarum  terrarum,  nobilium  et  incolarum  sinceram  fidem  et
„puram  devocionem,  quibus  a  felicis  adventus  nostri  in  terras  pre-„dictas
  principio,  nos  semper  fervide  coluerunt.  Attendentes  quoque
„commune  terrarum  ipsarum  votum,  et  eoncors  in  hac  parte  desi-„derium,
  et  ob  hoc  non  magis  dictorum  filiorum  nostrorum  commo-„ditati,
  quam  earundem  terrarum  qui  eti,  consulere  eu-„pientes,
  supplicationem  premissam,  elementer  admisimus,  et  de
„ipsis  terris  maturo  nostre  deliberationis  consilio,  ad  tollendam  cujus-„libet
  turbacionis  future  materiam,  et  ut  eciam  dicti  fratres,  ex
„paterna  sollieitudine,  relegatis,  que  eorundem  cordium  possent  ab
„invicem  sequestrare  ligamina,  in  fraterni  amoris  amenitate  convivant,
„ex  potestate  patria,  et  auctoritate  nobis  in  concessione
„dictarum  terrarum  retenta,  taliter  statuimus,  disponimus,  ordina-„mus,
  et  volumus,  quod  predictus  Albertus,  et  ejus  haeredes  masculi,
„sepedictarum  terrarum  Principatus,  et  dominia  cum  omnibus  suis
„juribus,  bonoribus  et  pertinenciis  universis,  prout  predictas  terras,
„eisdem,  Alberto  et  Rudolfo,  pro  indiviso  prius  contulimus,  soli
„perpetuo  habere  debeant,  et  tenere.”
Diese  Verfügung  wurde  von  König  Rudolf  am  i.  Juni  1283  zu
Rheinfelden  getroffen.
Ohne  Zweifel  wurden  bei  dieser  Gelegenheit  die  Privilegien  und
Gerechtsame  der  österreichischen  Herzoge  und  Lande  eifrig
erforscht  und  studiert,  den  Ständen  musste  daran  liegen,  die  Verhältnisse ­
  ihrer  Herrschaft  genau  zu  erkunden.
Leider  wissen  wir  aus  jener  Zeit  von  den  innern  Angelegenheiten, ­
  von  der  Art  und  Weise,  wie  sich  die  Dinge  gestalteten  so  gut
als  nichts;  man  kann  aus  Chroniken  sehr  wenig  entnehmen  am
wenigsten  die  Triebfedern,  die  Ursachen  -und  Veranlassungen  der  Verfügungen ­
  und  Veränderungen.
Die  vorliegende  Urkunde  gibt  wohl  einige  Andeutungen,  aber  auch
nicht  mehr.  Der  Wunsch,  nur  einem  Herrn  Gehorsam  und  Ergebenheit ­
  zu  leisten  und  zu  gewähren  war  allgemein  und  einstimmig.
Der  Vater  gab  nach,  es  mussten  in  kurzer  Zeit  sich  zwischen
den  Brüdern  Spaltungen  ergeben  haben,  welche  die  Ruhe  des  Landes
bedrohten,  darum  ward  Albrecht,  der  ältere,  zum  alleinregierenden
Herrn  bestimmt.
In  der  höchst  merkwürdigen  Urkunde  der  österreichischen
Edlen  vom  11.  Juli  desselben  Jahres  (1283)  womit  sie  diese  Veru
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