Uber den Ursprung des Privilegium Fridericiauum majus.
631
„haben, einer wohlgeordneten und einleuchtenden Darstellung hat
„schon auf den ersten Blick Watten hach yor Chmel voraus, der
„letztere kennt nicht einmal den Text der Urkund eil genau und
„macht am Privilegium majus Ausstellungen (?) wegen der sechs
„letzten Zeugen, während sich diese in der uns erhaltenen Copie
„des Privilegium minus gerade ebenso finden, und erst im Trans-„sumpt
vom Jahre 124o und den daraus hervorgegangenen Abschriften
fehlen.’’
Das fordert einige Erläuterung.
Wattenbach’sAbhandlung: „Die österreichischen Freiheitsbriefe.
Prüfung ihrer Echtheit und Forschungen
über ihre Entstehung,” ist im achten Bande unsers Archivs
für Kunde österreichischer Geschichtsquellen erschienen, ihr Verfasser
ist mir und anderen Mitgliedern unserer Akademie befreundet;
Wattenbach hat sich durch sein tüchtiges und umfassendes
literarisches Wirken in wenig Jahren um die ältere österreichische
Geschichte sehr verdient gemacht, seine Ausgabe der österreichischen
Chroniken in Pertz's Monumenta Germ’aniae historica
(SS. IX.) muss ihm den lebhaftesten Dank aller österreichischen
Geschichtsforscher gewinnen.
Seine Verdienste und seine Kenntnisse habe ich öffentlich und
privatim mit Wärme hervorgehoben, ich bedauere wahrhaft, dass
die letzteren nicht zum Besten unserer vaterländischen Geschichte
in Anspruch genommen wurden, wie man doch eine Zeitlang m}t
Grund hoffen durfte.
Die historische Commission hat insbesondere Wattenbach bei
dem besprochenen Aufsatze unterstützt, ihr verdankt er die „verlässigen
Texte aller einschlägigen Urkunden.”
Seine Absicht war, eine tüchtige Abhandlung zu liefern, wir
freuen uns, wenn ihm dieselbe gelang. — Aber die Prüfung seiner
Ansicht steht Allen frei. Was will der Leipziger Referent mit dem
Gegensätze zwischen mir und Wattenbach? Wa11enbaclrs
Abhandlung war bereits im Drucke, als ich meinen Versuch einer
Begründung meiner Hypothese niederschrieb, er sollte zu gleicher
Zeit mit. Wattenbachs Abhandlung erscheinen, damit die Geschichtsforscher
diese Frage gleich von mehreren Seiten ins Auge
fassen könnten. Ich wollte nicht gegen Wattenbach polemisiren,
die oben angeführte Stelle seiner Abhandlung veranlasste