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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Über  den  Ursprung  des  Privilegium  Fridericianum  majus.

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eifersüchtigen  Herzogs  Albrecht.  K.  Rudolf,  der  öfter  Gelegenheit
hatte,  den  Vermittler  und  Zurechtweiser  zu  machen  rücksichtlich  des
Benehmens  seines  Sohnes  (man  erinnere  sich  an  sein  Schreiben  zu
Gunsten  des  Bischofs  von  Pas  sau),  erklärt  in  einer  Urkunde,
welche  mehrfach  abgedruckt  ist,  zuletzt  bei  Spiess  (Archivische
Nebenarbeiten  etc.  1783.  2.  Theil,  S.  23)  zu  Gunstendes  Burggrafen
Folgendes:
„Quod  nos  consideratis  nobilis  viri  Friderici  Burcravii  de
„Nüremberc  dilecti  (idelis  nostri  fidei  meritis  lutniposis,  quibus
„nos  et  sacrum  Romanum  Imperium  prosequitur  incessanter,  sibi
„castrum  Seueld  (in  Österreich  unter  der  Enns)  cum  suis  perti-„nentiis
  universis  longe  prius  in  feudum  contulimus,  quam
„illustribus  Alberto  et  Rudolfo  principibus  et  filiis
„nostris  karissimis  ducatum  Austrie.  in  feodum  con-„ferremus,
  eidem  Friderico  de  benignitate  Regia  et  gracia
„speciali  überaliter  indulgentes,  quod  ipsum  castrum  cum  suis
„pertinentiis  universis  tamdiu  a  nobis  et  a  Romano  inperio  teneat
„et  possideat  titulo  feodali,  quousque  ipsum  a  prefatis  filiis
„nostris  r  ecipere  jubeamus.  Nec  volumus,  quod  in  aliquo  sibi
„preiudicet,  quod  sepedictum  castrum  ab  eisdem  nostris  filiis
„hactenus  non  recepit'nec  recipiet  p  r  i  u  s  quam  sibi  dederimus  in
„mandätis”  ')•
Was  sagt  man  zu  dieser  schlagenden  Erkunde?  Ist  hier  nicht
offenbar  der  Satz  des  majus:  Imperium  quoque  nullum  feodum
habere  debet  Austrie  in  ducatu  als  gültige  Regel  aufgestellt?
So  lange  darf  der  Burggraf  Seveld  mit  Zugehör  als  Reichslehen
behalten  b  i  s  ihm  von  dem  Reichsoberhaupte  befohlen  wird,  dasselbe
von  den  Herzogen  von  Österreich  als  Lehen  zu  empfangen.
Auch  die  Confiscation  ist  hier-als  Regel  aufgestellt,  und  sie
soll  aus  Gnade  auf  ihn  keine  Anwendung  haben:  nec  volumus,  quod
in  aliquo  sibi  preiudicet  u.  s.  w.
Ü  Lichnoavsky  führt  in  seinen  Keg'esten  (Bd.  I,  S.  CXII,  Nr.  012,  eigentlich
ohne  Numer,  zwischen  912  und  913)  diese  Urkunde  so  an,  als  ob  König
Budolf  erst  damals  dem  Burggrafen  Seveld  (am  7.  Juli  1286)  als  Reichslehen
verliehen  habe,  da  die  Belehnung  doch  fast  neun  Jahre  früher  stattgefunden
haben  muss.  —  Ein  Forscher  kann  sich  nie  mit  Regesten  begnügen,  die
vollständigen  Originale  sind  unentbehrlich  1
            
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