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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph  Chmel.

dehnt  worden,  da  K.  Friedrich  II.  das  Privileg  seines  Grossvaters  im
Jahre  1245  bestätigte.
Ich  sage  theilweise,  weil  die  Artikel  von  der  Erbfolge
jedenfalls  nur  beschränkte  Gültigkeit  hatten.  Gesetzt  den  Fall,
dass  die  Worte  des  minus:  „perpetuali  jure  sanecienf.es,  uf  ipsi  et
„liberi  eorurn  post  eos  indifferenter  filii  sive  filie  eundem
„Austrie  ducatum  hereditario  jure  a  regno  teneant  et  possideant  •—
sich  auf  alle  Nachkommen  erstreckte,  weil  am  Ende  alle  babenbergischen
  Sprösslinge,  Knaben  wie  Mädchen,  als  Kin  d  er  des  Eh  epaares
  betrachtet  werden  können,  welches  dieses  Privileg  erwarb,
so  war  doch  das  Recht,  einen  Nachfolger  vo  rz  u  s  chingen
(affeclandi)  kein  allgemeines,  allen  künftigen  Herzogen  eventuell
zustehendes.  Der  Artikel  sagt  positiv:  „Si  autem  predictus  dux
„Austrie  patruus  noster  et  uxor  eins  absque  liheris  deeesse-„rint,
  libertatem  habeant  eundem  ducatum  alfectandi  cuicunque  volu-„erint.”
  Nur  der  patruus  noster  wird  für  seine  willfährige  Nachgiebigkeit ­
  nebst  seiner  Gemahlinn  mit  dieser  libertas  begnadigt.
Ich  weiss  wohl,  dass  der  letzte  Herzog  Friedrich  der  Streitbare
auch  diese  libertas  sich  arrogirt  haben  soll,  aber  er  muss  doch
jedenfalls  seiner  Sache  nicht  si  eher  gewesen  sein.
In  dem  sehr  merkwürdigen  Schreiben  (s.  Monumenla  boica
XXIX.  II.  361,  Nf.  29  und  daraus  von  Meil  ler’s  Regesten  der  Babenberger ­
  S.  183  (Nr.  154)  der  dieses  wichtige  Schreiben  vor  Kurzem
persönlich  eingesehen  hat  und  es  für  echt  hält  *),  das  Herzog  Friedrich ­
  am  Vortage  seines  Todes  (14.  Juni  1246)  an  seinengetreuen
Albero  von  Polhaim  erlassen  haben  soll,  heisst  es:  „Hinc  est  quod  tc
„scire  volumus,  quod  nos  tempore  nostri  conflictus  cum  Hungaris  sicut
„scis  habendi  nos  sicut  speramus  plenarie  confessi  q  u  o  d  d  a  m  t  e  s  t  a-„mentum
  confecimus,  sed  quasi  occultum  (?!)  propter
„diversas  causas,  sicut  apostolico  per  integre  scripto  (?)  ex-„pressimus,
  propter  hoc  ut  ipse  tanto  promcius  possit  et  debeat
„singula  que  statuimus  auctoritate  apostolica  confirmare  Item
„scias  quod  nos,  nostram  animam  terram  et  homines,  tune  temporis,
„apostolice  subiecimus  dicioni  ad  hoc,  ut  tu  et  alii  nostri  ab  iniustis

D  Es  mag  dieses  Schreiben  allerdings  in  den  Schriftzügen  der  Mitte  des  13.  Jahrhunderts ­
  geschrieben  sein,  aber  die  Echtheit,  gegen  welche  viel  einzuwenden ­
  ist,  kann  die  Schrift  nicht  beweisen.
            
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