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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Über  die  Überlieferung  des  Wortes  Mohammeds.  609
332)  Die  Truppen,  wenn  sie  auf  Hügeln  stehen,  sind  stolz,  und
wenn  sie  lieruntersteigen  demüthig.
333)  Ich  bin  der  Gottgelehrteste  unter  Euch,  und  auch  der
Gottesfürchtigste  von  Euch  (bezieht  sich  auf  den  Koransvers:
Es  fürchten  Gott  toh  seinen  Dienern  die  Gelehrten).
334)  Bekämpfet  euere  Begier  im  Ernst  und  fürchtet  den  Stachel
der  Scorpionen  und  gehet  baarfuss,  so  werdet  ihr  die  Wahrheit  in
eueren  Herzen  sehen,  und  euch  von  dem  Bösen  euerer  Seelen  befreien.
335)  Gott  mache  seinen  Diener  blühend  und  frisch,  der  mein
Wort  hört  und  es  bewahrt  und  es  befolgt  und  es  verbreitet,  vielleicht
trägt  er  die  Rechtsgelehrsamkeit  zu  denen,  die  derselben  unkundig,
vielleicht  zu  denen,  die  derselben  kundiger  als  er.
336)  Der  Gelehrte  ist  der,  welcher  die  Menschen  Gutes  lehrt
und  dabei  sich  selbst  vergisst,  wie  die  Lampe,  welche  die  Menschen
aufklärt  und  sich  selbst  verzehrt.
337)  Alles  ist  vorherbestimmt,  auch  die  Schwäche  und  der
Scharfsinn.
338)  Die  Gelehrten  sind  die  Stellvertreter  Gottes,  die  Aufseher
der  Gottesgesandten,  die  Erben  der  Propheten.  (Auf  der  siebenten ­
  Zeile  dieser  Seite  kömmt  eine  Sunna  vor,  welche,
weil  sie  kein  Propheten  wort,  nicht  gezählt  wird,  aber
ungezählt  hier  Platz  finden  mag:  Der  Prophet  ass  mit
drei  Fingern,  die  er  nicht  eher  am  Tuche  ab  wischte,
als  bis  er  dieselben  abgeleckt  hatte;  so  kömmt  auf  der
folgenden  Seite  in  der  LXXIX  Erzählung  dieses  Bandes
von  der  durstigen  Karawane,  die  der  Prophet  begegnete ­
  eines  der  von  ihm  gewirkten  Wunder  als  Sunna
vor,  indem  er  das  Gesicht  eine  s  Neger  s  durch  Berührung ­
  in  ein  weisses  verwandelte.)
339)  Als  Gott  die  Vernunft  aus  seinem  Lichte  schuf,  sprach  er
zu  ihr:  trete  vor!  und  sie  trat  vor,  dann  sprach  er:  trete  zurück!
und  sie  trat  zurück,  dann  sprach  er:  wer  bist  du  und  wer  bin  ich?
die  Vernunft  sprach:  du  bist  mein  Herr  und  ich  bin  dein  schwacher
Diener!  —  Gott  der  Herr  sprach:  o  Vernunft  ich  habe  kein  edleres
Geschöpf  erschaffen  als  dich!  —  dann  erschuf  Gott  die  begierliche

333)  S.  359.  333)  S.  361.  334)  Eben  da.  335)  S.  346.  336)  S.  365.
337)  S.  368.  338)  S.  373.  339)  S.  378.
            
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