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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Freiherr  Hammer-Purgstall.

223)  0  Menschensohn,  ich  habe  dich  meinetwegen  erschaffen
und  die  Sachen  deinetwegen.
224)  Erbarmet  euch  Dreier:  des  Geehrten  unter  den  Niederträchtigen, ­
  des  Reichen  unter  den  Armen,  des  Gelehrten  mit  dem
die  Unwissenden  spielen.
225)  Die  Männer  sind  viererlei:  der  Mann,  der  weiss,  und  weiss,
dasserweiss,  d.  i.  der  Gelehrte,  dem  ihr  folgen  sollt;  der  Mann,
der  nicht  weiss,  und  nicht  weiss  dass  er  nicht  weiss,  d.  i.  der  Unwissende, ­
  vor  dem  ihr  euch  hüten  sollt;  der  Mann,  der  weiss  und
nicht  weiss,  dass  er  weiss,  ist  der  Schlafende,  den  ihr  erwecken  sollt;
und  der  Mann,  der  nicht  weiss  und  weiss,  dass  er  nicht  weiss,  ist
der  Schwache,  dessen  ihr  euch  erbarmen  sollt;  aus  diesem
Überlieferungswort  ist  die  persische  Gnome  über
Nichtwissen  und  Wiss  en,  w  ei  che  aus  dem  Munde  des
persischen  Gesandten  im  VI.  B.  der  Fundgruben  des
Orients  (S.  251)  gegeben  worden,  nur  in  umgekehrter
Ordnung,  abgeleitet:
Wer  nicht  weiss,  und  nicht  weiss,  dass  er  nicht
weiss,  bleibt  für  Ewigkeit  in  doppelter  Unwissenheit.
Wer  nicht  weiss,  und  weiss  dass  er  nicht  weiss,
er  ist  zum  Sterben  und  will  Leben  nicht  erwerben.
Wer  weiss,  und  nicht  weiss,  dass  er  weiss,  er
bringt  so  den  Esel  in  der  Herberg  aufs  Stroh.
Wer  weiss,  und  weiss,  dass  er  weiss,  er  spornet
nicht  faul  durch  die  Bahn  der  Ehre  den  Tugendgaul.
226)  Die  Geduld  ist  dem  Glauben,  was  das  Haupt  dem  Leibe.
227)  Lasst  das  leere  Sagen  und  das  viele  Fragen.
228)  Gott  hat  mir  die  Liebe  eingeflösst  für  Weiber  und  Wohlgerüche ­
  und  die  Erfrischung  meines  Auges  ins  Gebet  gesetzt.
229)  Hören  ist  nicht  wie  Schauen.
230)  Die  Herzen  rosten  wie  das  Eisen  und  es  glättet  sie  nur
die  Erwähnung  Gottes.
231)  Gott  spricht  durch  die  Zunge  seines  Dieners.
232)  Ich  fürchte  für  euch  die  Gleissnerei  und  die  heimliche
Begier.

223)  S.  238.  224)  S.  239.  225)  Eben  da,  1.  Z.  226)  S.  248.  227)  S.  252.
228)  S.  254,  1.  Z.  229)  S.  255.  230)  S.  266.  231)  S.  272.  232)  Eben  da.
            
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