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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Über  die  Überlieferung  des  Wortes  Mohammeds.

57!)

Gesagte  zu  wiederholen,  wohl  aber  zu  bemerken,  dass  dort  zum
ersten  male  ein  Erbäin,  d.  i.  eine  Sammlung  von  vierzig  Überlieferungen ­
  des  Propheten  gegeben  worden.  Diese  Sammlungen  waren
bis  dorthin  aus  dem  Artikel  in  Herbelot's  orientalischer  Bibliothek
Arbain  et  Arbainat  nur  dem  Namen  nach  bekannt,  und  nirgends
waren  vorher  vierzig  derselben  übersetzt  worden.
Die  Zahl  und  der  Titel  dieser  Sammlungen  gründet  sich  nicht
nur  auf  das  Wort  Mohammeds,  dass  wer  den  Gläubigen  vierzig
Überlieferungen  lehre,  im  Paradiese  den  Platz  unter  den  Gelehrtesten
einnehmen  werde;  sondern  auch  auf  die  allen  vorderasiatischen
Völkern  (den  Arabern,  Persern  und  Türken)  gemeine  Vorliebe  für
die  Zahl  vierzig.  Vierzig,  das  schönste  Alter  des  Mannes,  der  mit
vierzig  Jahren  in  der  vollen  Reife  männlicher  Kraft,  ist  nach  dei
Meinung  der  Araber  auch  das  Alter  des  Prophetenthums,  in  welchem
sich,  wie  bei  Moses  und  Mohammed,  die  himmlische  Sendung  kund
gibt;  die  Vorliebe  der  Perser  für  die  Zahl  Vierzig  ist  aus  dem  heutigen ­
  Namen  der  Ruinen  von  Persopolis,  welche  tschehel  su  tun,
d.  i.  die  vierzig  Säulen,  heissen,  so  wie  die  der  Türken  aus  dem
Mäh  rohen  werke  der  vierzig  Wesire  *)  bekannt.  Endlich  gründen
sich  die  vierzig  Tage  der  Novizenprobe  der  Derwische,  welche
Tschille,  d.  i.  die  Quarantaine  heisst,  auf  die  vierzig  Tage,  welche
Moses  am  Sinai  zubrachte  und  deren  im  Koran  Erwähnung  geschieht“).
Solcher  Erbain,  d.  i.  Sammlung  von  vierzig  Überlieferungen  führt
Hadschi  Chalfa’s  Wörterbuch  nicht  weniger  als  einige  und  siebzig
auf,  und  mancher  Gelehrte  ist  sogar  der  Verfasser  von  mehreren,  so
zum  Beispiel  der  grosse  Vielwisser  und  Vielschreiber  Sojuthi  dei
Verfasser  von  vier.  In  den  Denkschriften  der  Akademie  hefindet  sich
in  der:  Über  Bogen  und  Pfeil,  den  Gebrauch  und  die
Verfertigung  derselben  bei  den  Arabern  und  Türken,
die  Sammlung  von  vierzig  Überlieferungen  des  Propheten,  die  sich
auf  Bogen  und  Pfeil  bezogen.  Fünf  Jahre  nach  der  in  der  encyklopädischen
  Übersicht  gegebenen  Probe  von  vierzig  Überlieferungen
wurden  die  Schleussen  der  Prophetenüberlieferung  zugleich  in
Calcuta  und  Wien  geöffnet;  dort  übersetzte  Capitain  Mathews  die
1 )  Die  vierzig  Veziere  oder  weisen  Meister  von  Dr.  Walter  Fr.  Behrnauer.
Leipzig  1851.
2)  II.  S.  50.  V.  Und  als  wir  mit  Moses  vierzig  Tage  bedingten,  und  wieder
II.  142:  Die  bestimmte  Zeit  deines  Herrn  ist  vierzig  Nächte.
            
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