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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Prof.  Schleicher.

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Frist  zuerst  kommt,  um  sich  etwas  auszuleihen  der  iibelstiftende
Hexenkiinstler  sei.  Sonst  vermag  man  Hexen  und  Hexenmeister  an
äusseren  Zeichen  nicht  zu  erkennen.  Der  däktars  heilt  auch  Krankheiten ­
  aller  Art.  Zauberformeln  spielen  dabei  die  Hauptrolle.
So  viel  von  diesem  entsetzlichen  Aberglauben,  der  wirklich  in
unerhörtem  Masse  noch  Anhänger  findet.
Der  poetische  Theil  meiner  litauischen  Chrestomathie  ist  schon
völlig  zum  Drucke  vorbereitet,  er  wird  höchstens  8—10  Bogen
stark  werden,  der  prosaische,  für  den  ich  im  Winter  noch  Beiträge
erwarte,  wird  bei  weitem  nicht  so  stark  werden.  Es  liegt  mir  sehr
viel  daran  ,  bald  etwas  gedruckt  zu  haben  um  mich  desselben  bei
meinen  Vorlesungen  zu  bedienen.
Kakschen  den  20.  Juli  18S2.

III.
In  Folgendem  gebe  ich  Ihnen  über  den  weiteren  Verlauf
meiner  litauischen  Studien  in  Kürze  Nachricht;  zwei  von  Kakschen
abgesandte  Berichte  werden  Ihnen  wohl  richtig  zu  Händen  gekommen ­
  sein.
Nachdem  ich  von  meinem  vorigen  Wohnorte  aus  den  Kreis
Ragnit  ziemlich  kennen  gelernt,  bin  ich  schon  seit  etwa  zwei
Wochen  in  die  Nähe  von  Pillkallen  übersiedelt  um  den  hiesigen
Dialekt,  der  sich  etwas  vom  Ragniter  unterscheidet,  aufzunehmen
und  überhaupt  meine  Arbeiten  weiter  fortzusetzen.  Von  hier  gehe
ich  in  den  Kreis  Niederung  (am  kurischen  Haffe)  und  von  da  nach
Memel  um  die  dortigen,  stärker  abweichenden  Dialekte  wahrzunehmen; ­
  nach  Zamaiten  zu  reisen  fehlen  diesmal  Zeit  und  Mittel,  da
ich  alter  Drucke  und  Manuscripte  wegen  mich  noch  mehrere  Wochen
in  Königsberg  aufhalten  muss.  An  litauischen  Druckschriften  bringe
ich  mit,  was  nur  aufzutreiben  ist  —  es  ist  nicht  allzuviel.  Auch  eine
Sendung  zamaitischer  Bücher  erwarte  ich.
Hier  in  Kurschen  wohne  ich  beim  Lehrer  des  Ortes  ganz  vortrefflich ­
  und  es  geht  mir  an  Bequemlichkeit  und  Speise  Nichts  ab.
Er  selbst  spricht  zwar  gut  litauisch,  ist  aber  ein  geborner  Deutscher,
ich  kann  also  vom  ihm  selbst  Nichts  lernen.  Dies  thut  indess  nichts
zur  Sache,  ich  lerne  jetzt  von  jedem  Litauer,  da  ich  mich  bereits
ziemlich  in  litauischer  Sprache  unterhalten  kann.  Obgleich  hier  die
            
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