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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Über  die  Erfolge  seiner  nach  Litauen  unternommenen  wissenschaftl.  Reise.  543
3)  z,  sz  und  i  werden  folgenden  Sibilanten  assimilirt:  iszsirinkti
spr.  isirinkti;  iszsprögti  =  isprogti:  uzstöti  =  ustöti  u.  s.  f.  Dasselbe
findet  Statt  beim  Zusammenstosse  eng  zusammengehöriger  Worte,  so
vor  Allem  wird  die  Präposition  mit  dem  nachfolgenden  Nomen  ganz
wie  ein  Wort  gesprochen:  isz  sav?s  sprich  isav$s.
Verdoppelung  findet  nie  Statt.  Die  bisherigen  Drucke  (ausser
Kurschat)  haben  in  dieser  Beziehung  unglaubliche  Verwirrung,  bald
Verdoppelung,  bald  keine  u.  s.  w.  Nach  jedem  kurzen  Vocale  klingt
jeder  einfache  Consonant  so,  als  ob  er  verdoppelt  wäre.  Scheinbare
Gemination  entsteht  bloss  durch  Zusammensetzung  zweier  Wörter,
z.  B.  ättinku,  üäzadu.
Vocale.
Bei  den  Vocalen  befolge  ich,  ebenfalls  im  Anschlüsse  an  das
bisher  Übliche,  durchaus  phonetische  Schreibart;  schreibe  also  auch
da,  wo  z.  B.  ein  e  in  e  durch  Verkürzung  in  der  Aussprache  übergeht, ­
  nicht  das  von  der  Grammatik  geforderte  e,  sondern  e.  Nur
dadurch  ,  dass  ich  für  das  übliche  ie  (welches  viel  Inconvenienzen
bietet)  e,  e  schreibe  ')»  weiche  ich  von  dem  allgemein  Gebräuchlichen ­
  ab.  Der  Unterschied,  den  ich  in  der  folgenden  Tabelle  zwischen ­
  dem  ersten  und  dem  zweiten  e  mache,  ist  ein  sehr  schwankender, ­
  beide  e  geben  durch  Zwischenstufen  in  einander  über.  Jedenfalls ­
  bediene  ich  mich  dieses  Unterschiedes  nur  in  der  Grammatik  zu
didaktischen  Zwecken,  nicht  aber  im  Drucke  von  Texten,  (s.  Tabelle.)
Die  Nasalirung  bedingt  nicht  die  mindeste  Verschiedenheit  in
der  Aussprache.  Sie  ist  rein  etymologisches  Zeichen.  Wo  sie  zu
setzen  sei,  lehrt  die  ältere  Sprache  und  dialektische  Erhaltung  des  n.
Ursprünglich  sind  alle  Nasalvocale  lang,  die  Verkürzung  derselben
ist  mehr  nur  dialektisch,  wenigstens  ist  sie  Neuerung.  In  manchen
Fällen  scheint  Ausfall  des  Nasals  angenommen  werden  zu  müssen,
was  die  Formenlehre  zu  erörtern  hat.

D  Hierin  ist  mir  Nesselmann  bereits  vorangegangen;  auch  ist  ie  dem  e  so  nahe
verwandt,  dass  es  dialektisch  mit  demselben  wechselt.  Einen  etymologischen
Unterschied  beider  kann  ich  noch  nicht  aufstellen.
            
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