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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof.  Schleicher.

wäre  ihnen  ein  i  beigemischt;  bei  der  Aussprache  drückt  sich  der
mittlere  Theil  der  Zunge  mehr  an  den  Gaumen  an,  hebt  sich  mehr,
wodurch  für  den  Athem  eine  eigene  Durchgangsöffnung  und  somit  der
i-ähnlich  zischende  Laut  entsteht.  Man  spreche  erst  das  nachfolgende
i  deutlich  aus  und  suche  dann  allmählich  die  beiden  Laute,  den
vorausgehenden  Sibilanten  und  das  i  immer  mehr  in  eins  zu  verschmelzen, ­
  ist  dies  vollständig  gelungen,  so  ist  der  rechte  Ton  da;
kücius  (baculus)  verschieden  von  cükorius  (sacharum);  neszü  trage,
nesziu  werde  tragen;  saüsio  Gen.  v.  saüsis  (scabiei),  saüso  gen.  v.
saüsas  (aridus  u.  s.  f.)  Bei  der  Aussprache  der  palatalen  Zischlaute
zieht  sich  der  Mund  breit  auseinander,  bei  der  der  nicht-patalen  bleibt
er  rund.
sz,  z,  s,  z  sind  gleich  slawisch,  m,  jk,  c,  3;  namentlich  ist  s  niemals ­
  das  deutsche,  gelinde  s,  c  =  ts,  slaw.  4,  ist  selten,  vielleicht
gar  nicht,  in  echt  litauischen  Wörtern  zu  finden.  Die  Aussprache  von
t,  d,  p,  b,  v,  m,  n,  ist  die  allen  Sprachen  gemeinsame.
Bei  den  Consonanten  befolge  ich,  wie  die  übliche  Schreibweise,
nur  consequenter  als  diese,  die  etymologische  Schreibung,  nicht  die
phonetische.  Rein  phonetisch  geschrieben,  wäre  Vieles  geradezu
unverständlich,  auch  verstehen  sich  die  nöthigen  Veränderungen  in  der
Aussprache  meist  ganz  von  selbst.  Hierin,  wie  in  der  völligen  Vermeidung ­
  aller  Consonanten-Verdoppelung  stimmt  die  Schreibung  des
Litauischen  völlig  zu  der  des  Slawischen.  Auch  der  Böhme  z.  B.
schreibt  vezti,  nuz  u.  s.  f.  und  spricht  doch  vesti,  nüs,  weil  anders
zu  sprechen  unmöglich  ist,  ebenso  schreibt  man  litauisch  stets  der
Etymologie  gemäss.  Indessen  sind  der  Fälle  nur  wenige,  in  welchen
die  Aussprache  der  Consonanten  von  der  Schrift  abweicht;  im  Allgemeinen ­
  gilt  die  Begel,  dass  alle  Consonanten  stets  auf  gleiche  Weise
ausgesprochen  werden.  Etymologische  Schreibart  findet  Statt,  oder
mit  anderen  Worten,  die  Aussprache  des  Consonanten  weicht  von
der  Schreibung  derselben  ab  in  folgenden  Fällen:
1)  Tenuis  vor  Media  geht  in  die  entsprechende  Media,  Media  vor
1  enuis  in  die  entsprechende  Tenuis,  in  der  Aussprache  über:  lipdams
sprich  libdams;  pabäfgti  =  pabaikti;  begsi  =  beksi;  iszbegti  —  izbekti;
u.  s.  t.  demnach  auch  begk  =  bek,  dälgkotis  —  dälkotis;  trobpalaikis
  =  tropalaikis;  atdrekys  =  adrekys;  uzszälti  =  uszalti  u.  s.  f.
2.  Auslautende  Media  geht  in  der  Aussprache  in  ihre  Tenuis
über:  neng  =  nenk  (z.  B.  pirm  neng  priusquam).
            
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