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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Dr.  Zeibig.

Die  traurigen  Verhältnisse  Österreichs  hatten  die  Stände  bewogen, ­
  zu  Stockerau  zu  tagen  (Nov.  1459),  und  die  dort  beschlossenen
Artikel  (bereits  von  Chmel  Mat.  II,  184,  mitgetheilt)  den  Wienern
zuzusenden.  Auch  beschlossen  sie  vor  ihrem  Auseinandergehen  einen  y
neuen  Landtag  für  den  Dreikönigstag  nach  Göllersdorf  auszuschreiben,
dorthin  laden  sie  die  Wiener  ein  (1.  Dec.,  U.  91)  und  theilen  ihnen
gleichzeitig  mit  dem  Verzeichnisse  ihrer  Forderungen  (U.  93)  ihr
Schreiben  mit,  das  sie  an  den  Kaiser  gerichtet,  nachdem  er  ihnen
das  begehrte  freie  Geleite  zweimal  abgeschlagen  (U.  92).  Wien,  dem
geleisteten  Eide  treu,  fragt  sich  (3.  Dec.)  darüber  bei  König  Friedrich ­
  an  (U.  94),  und  erhält  (5.  Dec.)  als  Antwort  den  Befehl,  nichts
vor  der  für  den  7.  Dec.  angesetzten  Ankunft  des  Kaisers  zu  unternehmen. ­
  (U.  95.)  Die  zu  Stockerau  Versammelten  hatten  ihre  Zuschrift
eigentlich  der  Gemeinde  Wiens  zugedacht,  da  der  Rath  sie  derselben
nicht  vorgelegt  hatte,  schreiben  sie  ihm  diesfalls  (5.  Dec.)  nochmals ­
  (U.  96),  worauf  die  Wiener  (8.  Dec.)  ungescheut  erwiedern,
wie  sie  diese  Anforderungen  dem  Kaiser  bekannt  gegeben,  und  dessen
Aufträge  zu  vollziehen  gedenken  (U.  97).
Friedrich  hatte  dem  Beispiele  der  umliegenden  Fürsten  folgend
die  Münze  ungemein  verschlechtert,  auch  einzelnen,  denen  er  sich
verpflichtet  glaubte  das  Recht  der  Münze  dem  altbestehenden  Herkommen ­
  entgegen  verliehen,  die  denn  auch  sich  nicht  versucht  fühlten,
bessere  Münzen  zu  prägen:  daraus  folgte  natürlich  eine  Überschwemmung ­
  mit  einer  Münze,  deren  Gehalt  die  Volksbenennung
„Schinderlinge"  bezeichnet  und  folgerichtig  eine  Hemmung  des  Handels ­
  und  ungemeine  Theuerung  aller  Lebensbedürfnisse,  worunter
das  Land,  vorzüglich  aber  Wien  litt.  Um  diesen,  freilich  zu  allen
Zeiten  wesentlichen  Punet  drehen  sich  nun  die  Verhandlungen  mit
dem  Kaiser.
Im  Beginne  des  Jahres  1460  wenden  sich  desshalb  die  Wiener
an  ihn  mit  einem  ausführlichen  Memorial  (U.  98),  welches  für  das
Verhältniss  der  damaligen  Münze  ungemein  lehrreich  ist.  Sie
sprechen  sich  dahin  aus,  dass  für  alle  Lebensbedürfnisse  (wie  später
wirklich  geschah)  eine  feste  Satzung  aufgerichtet  werden  solle,  ^
was  aber  freilich  ohne  Regelung  und  Besserung  der  Münze-nicht
durchzuführen  sei.  Was  in  ihrer  Macht  liegt,  thun  sie  treulich,  sie
sorgen  durch  öffentliches  Rufen  für  die  Sicherheit  der  Stadt  (U.  99),
und  durch  Regelung  des  Marktes  bezüglich  des  Vorkaufes  (ll.Febr.,
            
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