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Prof. Sch all er. Bericht über die
wird es dem Verfasser verdenken, wenn die Betrachtung dieser Erscheinungen
in der Periode, wo die Einwanderer den Grund zu dem
festen Baue legen, ihn zumHerodote seines Volkes macht, und seiner
Darstellung einen gewissen epischen Schwung verleiht!
Die Schattenseiten in dem historischen Gemälde des siebenbürgischen
Deutschthums treten erst später hervor. Seine Schwächen
wurzeln tlieils in den bekannten Eigentümlichkeiten des deutschen
nationalen Charakters, tlieils sind sie das Erzeugnis seiner Stellung
im Lande , der Rückschlag — möchten wir sagen — welchen die
lange andauernde Gefährdung des Deutschthums durch die umwohnenden
Volksstämme auf die Denk- und Anschauungsweise des Volkes
nothwendig üben musste; tlieils endlich — man kann es nicht
läugnen — die exclusiven Privilegien , welche Jahrhunderte lange
allein im Stande gewesen sind, das Deutschthum vor Überfluthung
und Untergang zu retten.
Wir sind vollkommen überzeugt, dass der Verfasser neben dem
Lichte auch den Schatten überall, wo er kennbar und störend hervortritt,
in sein Gemälde aufnehmen, und demselben dadurch nicht
nur das Gepräge parteiloser Wahrheit geben, sondern auch jenen
belohnenden und veredelnden Einfluss sichern wird, welchen wir von
einer Geschichte für das Volk zu erwarten berechtiget sind. Ist es
doch die höchste und ehrwürdigste Aufgabe derselben, der Nation,
für welche sie bestimmt ist, nicht nur einen Ehren- sondern aucli
einen Warnungsspiegel vorzuhalten.
Und so wird denn das Werk von T euts ch, von jedem Freunde
der Wissenschaft gewiss mit Freuden begrüsst werden. Dem Fremden
wird es ein willkommenes Bild eines interessanten Volksthums
geben, den Kleingläubigen aber in dem eigenen Volke, welche den
Fortbestand des siehenbürgischen Deutsehthumes an eine Verfassungsform
knüpfen, welche aufgehört hat, die historisch begründete
Überzeugung verschaffen, dass Lebensformen veralten und absterben,
die Zukunft eines Volksthums aber nur dann gefährdet ist, wenn
der Geist und der sittliche Ernst aus demselben entweichen.
Von dem Archive des Vereins für siebenbürgische
Landeskunde, über dessen Erscheinung leider der Unstern der
hierländischen typographischen Verhältnisse mit seinem vollen lähmenden
Einflüsse waltet, ist seit der Generalversammlung von 18öl