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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof.  Sch  all  er.  Bericht  über  die

wird  es  dem  Verfasser  verdenken,  wenn  die  Betrachtung  dieser  Erscheinungen ­
  in  der  Periode,  wo  die  Einwanderer  den  Grund  zu  dem
festen  Baue  legen,  ihn  zumHerodote  seines  Volkes  macht,  und  seiner
Darstellung  einen  gewissen  epischen  Schwung  verleiht!
Die  Schattenseiten  in  dem  historischen  Gemälde  des  siebenbürgischen
  Deutschthums  treten  erst  später  hervor.  Seine  Schwächen
wurzeln  tlieils  in  den  bekannten  Eigentümlichkeiten  des  deutschen
nationalen  Charakters,  tlieils  sind  sie  das  Erzeugnis  seiner  Stellung
im  Lande  ,  der  Rückschlag  —  möchten  wir  sagen  —  welchen  die
lange  andauernde  Gefährdung  des  Deutschthums  durch  die  umwohnenden ­
  Volksstämme  auf  die  Denk-  und  Anschauungsweise  des  Volkes ­
  nothwendig  üben  musste;  tlieils  endlich  —  man  kann  es  nicht
läugnen  —  die  exclusiven  Privilegien  ,  welche  Jahrhunderte  lange
allein  im  Stande  gewesen  sind,  das  Deutschthum  vor  Überfluthung
und  Untergang  zu  retten.
Wir  sind  vollkommen  überzeugt,  dass  der  Verfasser  neben  dem
Lichte  auch  den  Schatten  überall,  wo  er  kennbar  und  störend  hervortritt, ­
  in  sein  Gemälde  aufnehmen,  und  demselben  dadurch  nicht
nur  das  Gepräge  parteiloser  Wahrheit  geben,  sondern  auch  jenen
belohnenden  und  veredelnden  Einfluss  sichern  wird,  welchen  wir  von
einer  Geschichte  für  das  Volk  zu  erwarten  berechtiget  sind.  Ist  es
doch  die  höchste  und  ehrwürdigste  Aufgabe  derselben,  der  Nation,
für  welche  sie  bestimmt  ist,  nicht  nur  einen  Ehren-  sondern  aucli
einen  Warnungsspiegel  vorzuhalten.
Und  so  wird  denn  das  Werk  von  T  euts  ch,  von  jedem  Freunde
der  Wissenschaft  gewiss  mit  Freuden  begrüsst  werden.  Dem  Fremden ­
  wird  es  ein  willkommenes  Bild  eines  interessanten  Volksthums
geben,  den  Kleingläubigen  aber  in  dem  eigenen  Volke,  welche  den
Fortbestand  des  siehenbürgischen  Deutsehthumes  an  eine  Verfassungsform ­
  knüpfen,  welche  aufgehört  hat,  die  historisch  begründete
Überzeugung  verschaffen,  dass  Lebensformen  veralten  und  absterben,
die  Zukunft  eines  Volksthums  aber  nur  dann  gefährdet  ist,  wenn
der  Geist  und  der  sittliche  Ernst  aus  demselben  entweichen.
Von  dem  Archive  des  Vereins  für  siebenbürgische
Landeskunde,  über  dessen  Erscheinung  leider  der  Unstern  der
hierländischen  typographischen  Verhältnisse  mit  seinem  vollen  lähmenden ­
  Einflüsse  waltet,  ist  seit  der  Generalversammlung  von  18öl
            
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