neuesten Erscheinungen der siebenbiirgiseh-deutschen Literatur etc. 489
Beschreibung der Wappen aller Länder und Provinzen, welche theils
früher zu Ungern gehörten, theils noch dazu gehören.
In wie fern der Herr Verfasser eines so reichhaltigen und mit der
mühsamsten Sorgfalt und Genauigkeit ausgearbeiteten Werkes Recht
hat, wenn er am Schlüsse des Vorberiehtes auf kein weiteres Verdienst
als höchstens das eines fleissigen Sammlers Anspruch macht,
überlassen wir der Kritik zu entscheiden. Weit entfernt darin ein
blosses Conglomerat geschichtlicher Materialien.zu erblicken, erscheint
uns dasselbe vielmehr als Denkmal des gediegensten Wissens und jener
sicheren Bewältigung und klaren Zurechtlegung eines massenhaften
historischen Stoffes, wie sie nur solchen Männern eigen ist, welche
wie der Herr Verfasser Meister ihrer Wissenschaft sind, und — was
bei siebenbürgischer und ungrischer Geschichtschreibung um so
höherangeschlagen werden muss, je seltener es uns begegnet—auf
der wolkenlosen Höhe eines unbefangenen und unparteiischen Urtheiles
stehen. Die Kritik wird hier und da einzelne Mängel finden;
dessen aber sind wir vollkommen gewiss, dass diese sie nicht hindern
werden, das Werk unbedingt den verdienstvollsten ähnlichen Arbeiten
der neueren Zeit beizuzählen.
Die äussere Ausstattung ist vollkommen entsprechend; Druck
und Papier gereichen der Verlagshandlung zur Ehre, und die in
der Lithographie des Klausenburger katholischen Lyceums gezeichneten
dem Texte eingedruckten Karten sind rein und fleissig
gearbeitet.
Es ist sehr zu bedauern, dass in dem Augenblicke, in dem ich
dies schreibe, noch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden kann, oh
J. Söllners Statistik des Grossfürstenthums Siebenbürgen, von
welchem die erste und zweite Lieferung in befriedigender Ausstattung
bei Steinhäuser in Hermannstadt erschienen ist, fortgesetzt
werden oder ein Fragment bleiben wird. Der Verfasser, Doctor
der Rechte und politischen Wissenschaften, Rittmeister-Auditor im
k. k. Prinz Eugen von Savoyen 5. Dragoner Regimente, ist im
Jahre 1850 gestorben; das nachgelassene Material zur Fortsetzung
des Werkes bedarf der Redaction. Wir wünschen, dass sich eine
geschickte Feder dazu finde. Für die Gegenwart und Zukunft dürfte
es nämlich interessant und lehrreich sein, ein Bild der siebenbiirg'ischen
Zustände zu besitzen, wie sie in dem Momente gewesen,
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