Tlieophanis Chronographia.
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in seiner Behandlung der Urschrift geltend gemacht; wenn aber von
ihm nicht durchgreifend verfahren wurde, so mag bedacht werden,
dass den Besorgern der ersten Gesammtausgabe der byzantinischen
Historiker fast mehr um das Sachverständnis ihrer Autoren, als um
die Textverbesserung zu thun war, und dass auch die tüchtigsten
unter jenen Kritikern, wie Boivin und Combefis, meist nur auf Berichtigung
der auffallendsten Mängel ausgingen, eine umfassende Reconstruirung
der Texte, so scheint es, einer spätem Zeit überlassend.
Gleichwohl ist aus ihren Arbeiten viel zu lernen, da sie nicht
bloss, wie der Bonner Kritiker gethan, die Textverbesserung von
den griechischen Handschriften des Originals abhängig machten,
sondern zugleich diejenigen byzantinischen Historiker herbeizogen,
welche Theophanes epitomirte (Procopius, Simocatta, Georgius
Pisida u. A.), oder von welchen Theophanes epitomirt wurde (Leo
Grammaticus, Cedrenus, Constantinus Porphyrogenitus u. A.). Diese
Behandlung der Sache wird, vorsichtig und umfassend unternommen,
dereinst einen um vieles richtigeren Text des Theophanes, als selbst
der neueste, bewerkstelligen, und zugleich den Beweis möglich
machen, dass der grösste Theil der Sprachverderbniss, welche diesem
Schriftsteller des achten und neunten Jahrhunderts zur Last gelegt
zu werden pflegt, den griechischen Handschriften angehören
dürfte, deren älteste nicht viel über fünfhundert Jahre zu zählen
scheint.
Nach den bisher mehr angedeuteteri, als ausgeführten Gesichtspuncten
ist auch die neue exegetisch-kritische Ausgabe, von welcher
hier eine Probe der hohen Akademie ehrerbietigst vorgelegt wird,
ausgearbeitet worden. Unsere Ausgabe hat zwar sämmtliche Versuche
der Vorgänger einer genauen Prüfung unterzogen, will aber
als neue und selbstständige Arbeit angesehen werden, da hier alles,
was von den Früheren gegeben ward, gesichtet, und ausser den
bisher bekannt gewesenen Handschriften, zu welchen jetzt eine noch
unbenutzte Münchner kommt, nebst Anastasius und der Historia Miseella
alle obengenannten byzantinischen Autoren Wort für Wort
*) Dieses Werk ist fast wörtlich aus Anastasius abgeschrieben , enthält aber
gleichwohl manches ihm Eigene. Es wird gewöhnlich dem Paulus Diaconus
von Aquileja zugeschrieben. Ausgaben: von Pithoeus. Basil. 1569; von Canisius.
Ingoist. 1603 5 von Muratori (Scriptt. rer. Italicarum. T. I, parte I).