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Joseph Fiedler.
kennen vermochten und diese Überzeugung ihren Mitbürgern mittheilten.
Der Vicegespann des Thuroczer Comitats, Melchior Rakovsky,
hatte nämlich im Einverständnisse mit dem Gerichtstafel-Assessor
desselben Comitats, Christoph Okolicsanyi, Schreiben t
abgefasst und beide dieselben in den angrenzenden Comitaten verbreitet,
worin diese aufgefordert wurden, sich zur Wahrung des
öffentlichen Wohles zu vereinigen und die gemeinschaftlichen Beschwerden
gegen das Gouvernement der Häupter der Rebellion in
der Versammlung zu Onod zu produciren J )-In
diesen Schreiben haben sich beide Männer das Todesurtheil
geschrieben.
Ihr blutiges Ende hat viele Erzähler gefunden. Weil aber diese
immer nur das auf der Schaubühne der Öffentlichkeit abgespielte
Schreckensdrama zum Grunde ihrer Erzählung nahmen und keinen
forschenden Blick hinter die Coulissen tragen konnten, oder wenn sie
es thaten, selbst einen schön gemalten Vorhang vor dieselben hängten;
mussten ihre Erzählungen in dem subjectiven Theile, nämlich in der
Darstellung des vorsetzlichen Antheiles, den die Urheber und Voll- ^
fülirer an der Schuld batten, ungetreu und mangelhaft bleiben, wofern
sie nicht sogar die Glorification der in ein gemeines Verbrechen ausgearteten
Leidenschaft versuchten 2 ).
Dass diese Schreiben zum Untergange des Verfassers und
Verbreiters derselben und durch diesen zur Hervorbringung des
gewünschten Eindruckes auf die Versammlung benützt werden
sollen, darüber war man einig, nur über die Art der Procedur
äusserte sich einige Meinungsverschiedenheit. Räkoezy wollte
wenigstens durch eine Art processualischen Verfahrens den Schein
des Rechtes retten. Bercsenyi’s stürmischeres Temperament war
für gewaltsames Handeln. Er wusste auch seine Ansicht durch Hinweisung
auf die Unmöglichheit, die juridische Verurtheilung der
designirten Opfer zu erwirken und durch die Übernahme der Vollstreckung
des von ihm vertheidigten Verfahrens so siegreich durchzuführen,
dass Räkoezy derselben gänzlich beitrat. Kurz vor der ^
Erötfnung der Sitzungen wurde auch der General Alexander Karo ly
ins Geheimniss gezogen, ohne ihm jedoch das Endziel, auf welches
1 ) Beilage. (Rink). Leb. K. Jos. I., II, p. 342.
2 ) Hist, des Rev. Tom. V.