Der blutige Landtag zu Onod.
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gegangen waren, ihm ihre warmen Wünsche zur erlangten Fürstenwürde
von Siebenbürgen und zur glücklichen Ankunft am Orte der
Versammlung darzubringen ').
Trotz des Wunsches Räkoczy’s gleich am folgenden Tage die
öffentlichen Sitzungen zu beginnen konnte die erste Senatsitzung
wegen des späten Eintreffens der Abgeordneten der befreundeten
Comitate und Städte erst am 27. Mai gehalten werden. Diese und
die nachfolgenden Senat-, so wie die drei ersten allgemeinen
Sitzungen (31. Mai, 1. und 4. Juni) waren den Vorbereitungen und
einigen minder wichtigen Gegenständen gewidmet 3 ). In der vierten
öffentlichen Sitzung (6. Juni) wurde endlich — früher als es in
Räkoczy’s Absicht lag—der kühne Wurf gethan, welcher neben
Anderem auch darüber entscheiden sollte, ob er allein den im vollen
Laufe dahin rollenden Wagen der Revolution lenken solle oder sich
noch länger einen unliebsamen Hemmschuh in der Gestalt der sogenannten
Reichsversammlung gefallen lassen müsse.
Wenn das Gewissen eines Revolutionsführers bei der Wahl
der Mittel schon an und für sich nicht sehr ängstlich ist, so
schwinden die Zweifel um so mehr, wenn sich der willkommene
Ableiter des gehässigen Theiles einer gewaltsamen Massregel finden
lässt; und auch der letzte, wenn in der Person des vertrautesten
Freundes und Helfershelfers die volle Rürgseliaft des sicheren Vollzuges
liegt. So kam es, dass auch diesmal Räkoczy vor einem mit
allem Rewusstsein verabredeten, gemeinen Morde nicht zurückschrack,
als die Übernahme des Henkeramtes durch seinen Freund
und Generalissimus, Grafen Niklas Beresenyi im Vereine mit den
drei Illosvay ein sicheres Resultat versprach, und der theatralische
Aufputz, womit man die Sache auszustatten beschloss, die Schändlichkeit
des vorbereiteten Attentats unter der Maske des Ausbruches
momentaner Entrüstung verhüllen zu können, hoffen liess.
Zu Schlachtopfern der revolutionären Justiz wurden zwei Männer
auserkoren, die es gewagt hatten, die weitausgreifenden Pläne
Räkoczy’s dadurch zu durchkreuzen, dass sie das Reglückende der
Administration der Insurrectionschefs nicht in allen Dingen anzuer-*
’) Kolinovicli 1. c. p. 345.
2 ) Kolinovich. I. c. p. 346 — 348.