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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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G.  L.  F.  Tafel.

Voraus  um  Verzeihung,  wenn  einem  noch  nicht  berührten  Puncte  der
Vorrede  mit  einigem  Zweifel  entgegengetreten  wird.  Er  bemerkt
nämlich,  ausser  der  durch  die  sechs  anderen  Handschriften  gebotenen ­
  Hülfe  habe  zumeist  durch  den  Coislinianus  der  Text  an  einer
Unzahl  von  Stellen  (innumeris  locis)  berichtigt  werden  können, ­
  und  dem  Theophanes  sei  nun  endlich  ein  sicheres  Fundament
gegeben  worden.  Nicht  in  einer  Unzahl  von  Stellen,  erwidern
wir,  ist  auf  diesem  Wege  der  Text  emendirt  worden,  sondern  in
einer  Anzahl,  übrigens  einer  nicht  unbedeutenden  —  Stellen,
von  denen  der  Herausgeber,  hätte  er  seinen  Vorgänger  Combefis  gekannt ­
  oder  benützt,  wissen  musste,  dass  dieser  bereits  vieles  von
dem,  was  jetzt  für  Neu  ausgegeben  wird,  gefunden  und  erkannt,
anderes  aber,  und  das  ist  sogar  das  Mehrere,  mit  Glück  zur  Sprache
gebracht  hat,  wovon  wir  in  der  Arbeit  des  neuen  Editors  keine  Spur
wahrnehmen  konnten.  Wir  meinen  damit,  dass  nächst  Goar  besonders ­
  Combefis  ausser  den  Texthandschriften  manche  andere  kritische
Subsidien  zu  Hülfe  zog,  zu  denen  man,  um  die  minder  bedeutenden
nicht  zu  erwähnen,  zuerst  die  griechischen  Historiker  zu  rechnen
hat,  welche  Theophanes  epitomirte,  oder  von  denen  er  epitomirt
wurde;  sodann  die  fast  gleichzeitige  lateinische  Übersetzung  des
Anastasius  Bibliothecarius,  auf  die  wir  weiter  unten  noch  besonders
zurückkommen  werden.  Es  kann  nicht  im  Mindesten  hier  die  Absicht ­
  sein,  dem  neuen  Herausgeber  das  Vergnügen  zu  verkümmern,
welches  er  an  seinen  Restaurationen  eines  alten  Autors  zu  haben
scheint  (Praef.  pag.  VI),  dem  er  freilich  ebendaselbst  (pag.  VII)  ein
pingue  in  ge  ni  um  zuschreibt;  er  wird  aber  zugeben,  dass  es
selbst  bei  einer  Ausgabe,  welche  nur  eine  sogenannte  kritische,
nicht  zugleich  eine  exegetische  sein  soll,  durchaus  nicht  genügt,
lediglich  die  aus  den  Manuscripten  enotirten  Varianten  Satz  für  Satz
an  Ort  und  Stelle  unterzubringen,  und  hiernach  die  dringendsten
Emendationen  vorzunehmen.  Denn  man  kann  die  Textberichtigung
der  ersten  Blätter  eines  Autors  nicht  wohl  mit  Sicherheit  vornehmen,
wenn  man  nicht  auch  die  letzten  angesehen  hat;  mit  der  Kritik
aber  muss  die  Exegese  stillschweigend,  und  um  so  fester  Hand  in
Hand  gehen,  damit  man,  was  man  etwa  keck  ändern  will,  vorher
leidlich  verstehe;  man  muss  insbesondere,  wenn  man  einen  byzantinischen ­
  Historiker  herauszugeben  gedenkt,  speciell  Byzantologe,
nicht  bloss  altclassisch  geschulter  Philologe  sein;  man  hat  am  wenig-
            
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