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G. L. F. Tafel.
Voraus um Verzeihung, wenn einem noch nicht berührten Puncte der
Vorrede mit einigem Zweifel entgegengetreten wird. Er bemerkt
nämlich, ausser der durch die sechs anderen Handschriften gebotenen
Hülfe habe zumeist durch den Coislinianus der Text an einer
Unzahl von Stellen (innumeris locis) berichtigt werden können,
und dem Theophanes sei nun endlich ein sicheres Fundament
gegeben worden. Nicht in einer Unzahl von Stellen, erwidern
wir, ist auf diesem Wege der Text emendirt worden, sondern in
einer Anzahl, übrigens einer nicht unbedeutenden — Stellen,
von denen der Herausgeber, hätte er seinen Vorgänger Combefis gekannt
oder benützt, wissen musste, dass dieser bereits vieles von
dem, was jetzt für Neu ausgegeben wird, gefunden und erkannt,
anderes aber, und das ist sogar das Mehrere, mit Glück zur Sprache
gebracht hat, wovon wir in der Arbeit des neuen Editors keine Spur
wahrnehmen konnten. Wir meinen damit, dass nächst Goar besonders
Combefis ausser den Texthandschriften manche andere kritische
Subsidien zu Hülfe zog, zu denen man, um die minder bedeutenden
nicht zu erwähnen, zuerst die griechischen Historiker zu rechnen
hat, welche Theophanes epitomirte, oder von denen er epitomirt
wurde; sodann die fast gleichzeitige lateinische Übersetzung des
Anastasius Bibliothecarius, auf die wir weiter unten noch besonders
zurückkommen werden. Es kann nicht im Mindesten hier die Absicht
sein, dem neuen Herausgeber das Vergnügen zu verkümmern,
welches er an seinen Restaurationen eines alten Autors zu haben
scheint (Praef. pag. VI), dem er freilich ebendaselbst (pag. VII) ein
pingue in ge ni um zuschreibt; er wird aber zugeben, dass es
selbst bei einer Ausgabe, welche nur eine sogenannte kritische,
nicht zugleich eine exegetische sein soll, durchaus nicht genügt,
lediglich die aus den Manuscripten enotirten Varianten Satz für Satz
an Ort und Stelle unterzubringen, und hiernach die dringendsten
Emendationen vorzunehmen. Denn man kann die Textberichtigung
der ersten Blätter eines Autors nicht wohl mit Sicherheit vornehmen,
wenn man nicht auch die letzten angesehen hat; mit der Kritik
aber muss die Exegese stillschweigend, und um so fester Hand in
Hand gehen, damit man, was man etwa keck ändern will, vorher
leidlich verstehe; man muss insbesondere, wenn man einen byzantinischen
Historiker herauszugeben gedenkt, speciell Byzantologe,
nicht bloss altclassisch geschulter Philologe sein; man hat am wenig-