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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

an  die  Central-Seebeliörde  in  Triest.

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genannten  und  noch  andere  minder  wichtige  Städte  unterthänig  sind.
Die  Stärke  der  Bevölkerung  jener  Städte  ist  nicht  bekannt,  nach  der
Versicherung  derReisenden  kennen  sie  selbst  die  dortigen  Regierungen
nicht,  was  wohl  nicht  unglaublich  ist,  da  selbst  die  Bevölkerung  von
Tripolis  mit  Genauigkeit  nicht  zu  ermitteln  ist.
Burnu  wird  von  dem  Sultan  Amos  Elcamni  beherrscht.
Kuka  ist  die  Hauptstadt  und  die  einzige  Handelsstadt  dieses  weitschichtigen ­
  Reiches.
Das  Vadai  steht  ebenfalls  unter  der  Herrschaft  eines  Sultans.
Die  Tuariks  haben  ihre  Scheichs  oder  Häuptlinge;  so  wird  Gliat
von  einem  solchen  Häuptling  regiert.  Von  keinem  dieser  Länder  ist
die  Stärke  der  Bevölkerung  bekannt.
All 1  der  Verkehr  der  Städte  im  Sudan,  Vadai  und  Burnu  beschränkt ­
  sich  auf  die  durch  die  Karawanen  mit  der  Berberei  unterhaltenen ­
  Verbindungen,  und  es  lässt  sich  daher  erklären,  wie  es  dort
an  jedem  Fortschritte  in  der  Entwickelung  der  Betriebsamkeit  fehlen
müsse;  da  kein  Eingeborner  je  ausser  Landes  reist  und  wenige
Muselmänner  von  den  Küsten  der  Berberei  in  jenen  für  die  weisse
Bevölkerung  gefahrvollen  Himmelsstrichen  ihren  Aufenthalt  zu  nehmen ­
  wagen.
Weder  in  Burnu  noch  im  Sudan  wird  irgend  eine  Münze  geprägt. ­
  Der  spanische  Säulenthaler  und  der  kaiserliche  Thaler  sind
die  dort  coursirenden  Münzen  und  haben  beide  gleichen  Werth.
Muscheln,  Uda  genannt,  die  man  an  der  Küste  von  Guinea  findet,
und  eben  nicht  sehr  häufig  sind,  vertreten  die  Stelle  des  kleinen
Geldes.  Ihrer  2400  gelten  Einen  Thaler  oder  Säulenpiaster.
In  Mittelafrika  kommt  übrigens  nicht  viel  gemünztes  Geld  vor,
da  aller  Handel  sich  auf  den  Austausch  von  Waaren  gegen  Waaren
beschränkt.
Die  Zahl  der  von  Tripolis  und  Benyazi  nach  den  verschiedenen
Städten  der  Levante  abgesetzten  Sclaven  beläuft  sich  jährlich  auf  ungefähr ­
  1600.  Was  darüber  von  den  Karawanen  eingebracht  wird,
bleibt  in  Ghat  oder  in  der  Regentschaft  Tripolis.  -—-In
  der  Stadt  Murzuk,  der  Hauptstadt  Fezzan’s  zur  Botmässigkeit
  von  Tripolis  gehörig,  unterhält  England  einen  Vice-Consul;
ebenso  in  Gadames.  Beide  Consularvertreter  sind  besoldet  und
betreiben  zugleich  eigene  Handelsgeschäfte  mit  Tripolis.  Gegen  den
Selavenhandel  konnten  sie  bisher  Nichts  ausrichten.
            
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