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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph  Müller.

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*)  Mit  Ur °s  V.  erlosch  das  serbische  Fürstengeschlecht  der  Nemaniden  —  ein
Fremder  bestieg  den  Thron.  Vukasin,  Uglesa  und  Goiko  waren,
nach  Du-Cange,  zu  Chlebna  in  der  dalmatinisch-serbischen  Narenta  geboren, ­
  Sühne  eines  armen  Edelmannes,  Namens  Mrnava.  Stephan  Dusan
nahm  Mrnava  an  seinen  Hof.  Vukasin  wurde  zum  Kral,  Uglesa  zum  Protospatharios,
  und  Goiko  zum  Logotheten  ernannt.  Die  immer  grössere
Ausbreitung  der  Türken  machte  damals  dem  byzantinischen  Hofe  ein  Bünclniss
  mit  dem  kriegerischen  Serben  höchst  wünschenswert.  Bald  nach
Ui  os  V.  Tode  (1368)  schickte  daher  K.  Johannes  Paläologos  eine  ansehnliche ­
  Gesandtschaft  an  dessen  Witwe  Elisabeth,  die  sich  zu  Plierä  in  Thessalien ­
  aufhielt.  Der  Patriarch  von  Konstantinopel  stand  an  der  Spitze.
Die  Gesandtschaft  hatte  den  Auftrag,  alle  Feindschaft,  die  noch  unter
Uios  zwischen  Serben  und  Griechen  bestand,  in  Vergessenheit  zu  bringen
und  vielmehr  gegen  die  in  Thrakien  sich  immer  weiter  ausbreitenden ­
  Türken  auf  ein  Bündniss  zur  Rettung  des  griechischen ­
  und  serbischen  Reiches  anzutragen.  Es  muss
wirklich  ein  solches  Bündniss  verabredet  worden  sein,
denn  der  Zarostawnik  meldet,  dass  besonders  der  tapfere
Uglesa  in  seinen  Bruder  Vukasin  gedrungen  sei,  sich  mit
dem  Paläologen  zu  verbinden  und  in  Makedonien  einzulücken.
  Engel  ibid.  p.  321  ff.  Clialkondylas  meldet  sogar  von  einem
Siege  Vukasin  über  die  Türken  (1370).  Dass  die  Gesandtschaft  wenigstens
eine  Kirchenvereinigung  zu  Stande  gebracht,  beweisen  die  beiden  hier  mitgetheilten
  Urkunden.  Aber  schon  in  dem  Jahre  1371,  in  welchem  der  Synodalbeschluss ­
  über  die  Kirchenvereinigung  erfolgte,  kamen  Uglesa  und  seine
Brüder  in  einer  Sultan  Murad  I.  gelieferten  Schlacht  um.  Er  und  Goiko
sollen  in  der  Maritza  ertrunken,  (In  Maritza  fluvio  sunt  demersi  26.  Sept.
13  71),  Vukasin  erst  auf  der  Flucht  erschlagen  worden  sein.  Du-Cange.
Familiae  Byzantinae  p.  294.
            
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