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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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G.  L.  F.  Tafel.

selbst  verstand,  aber  nicht  bei  allen  Theilen  der  Bonner  Sammlung
beobachtet  worden  ist,  indem  bei  einigen  Autoren  die  Praefationen
der  frühem  Herausgeber  nicht  wiederholt  worden  sind.
In  der  sehr  kurzen  Vorrede  sagt  der  Herausgeber,  dass  er  die
aus  sechs  Handschriften  geschöpfte  Farrago  variarum  lectionum,
welche  in  der  Pariser  Ausgabe  hinter  dem  Texte  folgt,  in  ihre  Elemente ­
  aufgelöst,  und  das  Einzelne  an  den  geeigneten  Stellen  des
Textes  untergebracht  habe,  eine  Bemerkung,  die  bei  der  bekannten
Einrichtung  der  ganzen  neuen  Sammlung  nicht  einmal  ausdrücklich
gemacht  zu  werden  brauchte,  da  hier  alles,  was  man  hei  einem
Autor  von  kritischem  Apparat  beifügen  wollte  oder  auch  konnte,
zum  Danke  der  modernen  Leser  gleich  unter  den  Text  gesetzt  wurde,
während  hinsichtlich  der  Erklärung  die  alte  Unbequemlichkeit  stabil
gehliehen  ist,  und  man  die  Commentare  (hei  einigen  Autoren  sind
die  früheren  sogar  ganz  unterdrückt  worden,  was  u.  a.  von  Simocatta
gilt)  noch  immer  abgesondert  hinter  dem  Texte  wie  in  einem  eigenen ­
  Buche,  und  zwar  öfter  an  verschiedenen  Orten,  suchen  muss.
Von  dieser  halben  Massregel,  und  anderem  der  Art,  was  der  gemeinpraktischen ­
  Seite  alles  Bücherwesens  angehört,  wird  hinsichtlich ­
  der  neuen  Collection  bei  einem  anderen  Anlass  umständlicher
geredet  werden.  Mit  jener  Bemerkung  verbindet  sodann  der  Herausgeber ­
  die  besondere  Notiz,  dass  seiner  Arbeit  die  neue  Collation
eines  Codex  Coislinianus  in  der  k.  französischen  Bibliothek  zu  Paris
zu  Gute  gekommen  sei,  welcher  unter  den  bekannten  als  der  hei
weitem  beste  der  Theophanischen  Chronographie  bezeichnet  zu  werden ­
  verdiene,  und  mit  dessen  Hülfe  das  verdorbene  Original  an
zahllosen  Stellen  verbessert  werden  konnte.  Wir  erkennen  diese
wirkliche  Zierde  der  neuen  Ausgabe  mit  vollem  Danke  an,  bedauern
jedoch,  dass  uns  der  gelehrte  Herausgeber  über  einige  andere  Puncte
im  Unklarengelassen  hat,  zu  deren  Aufhellung  in  einer  Vorrede  die
geeignete  Stelle  zu  sein  scheint.  Einmal  vermissen  wir  auch  in  dieser ­
  letzten  Ausgabe  seihst  die  nothdürftigste  Äusserung  über  Alter
und  Werth  jener  sechs  Manuscripte,  aus  deren  Lesarten  die  Goarsche
  Farrago  zusammengesetzt  ist;  sodann  ist  nicht  angegeben,  ob
sich  der  Herausgeber  mit  der  Bichtigkeit  jener  Farrago  im  Einzelnen ­
  beruhigt,  oder,  was  man  wünschen  konnte,  jene  nämlichen
Codices  gleichfalls  einer  neuen  Vergleichung  unterzogen  habe,  wie
das  beim  wichtigen  Coislinianus  geschehen  ist.  Ohne  Zweifel  ist
            
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