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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Theophanis  Chronographia.

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wenn  er  dergleichen  wüsste,  beneiden  würde,  zumal  in  Fällen,  wo
es  sich  z.  B.  um  Verbesserung  des  Livianischen  Textes,  oder  gar  um
gewünschte  Wiederherstellung  ganzer  fehlender  Theile  desselben
Werkes  mittelst  solcher  Quellen  handelte,  aus  denen  der  berühmte
Pataviner  schöpfte,  oder  die  aus  ihm  abgeleitet  sind.  Ich  komme
jedoch  auf  den  vortrefflichen  Comhefis  zurück,  um  mit  Dank  auszusprechen ­
  ,  dass  besonders  er  es  war,  der  mit  dem  Gebrauche
des  gedachten  Hülfsmittels  der  Kritik  nebst  Hinzuziehung  der  wichtigen ­
  Anastasischen  Übersetzung  einen  ernsten  Anfang  machte,  welchem ­
  man  bei  der  neuesten  Sammlung  der  Scriptores  historiae
Byzantinae  nicht  bloss  eine  Nachahmung,  sondern  —  nach  fast  zweihundert ­
  Jahren  —  die  möglichste  Vollendung  gönnen  mochte.  —
Über  die  Pariser  Ausgabe  ist  weiter  zu  bemerken,  dass  ihr  zum
Schluss  eine  reiche  Variantensammlung  beigegeben  ist,  wozu  noch
ein  vom  Comhefis  verfasster  allerdings  reichhaltiger  Index  rerum  et
verborum  kommt,  dessen  Fülle  sich  jedoch  auf  die  historischen  Personen ­
  beschränkt,  während  die  Nennung  der  Länder-  und  Ortsnamen ­
  u.  dergl.  dürftig  ausgefallen,  die  Angabe  der  Sachen  und
Worte  aber  ganz  unterblieben  ist.  Die  Bonner  Ausgabe  hat  auch
diesen  Index  unverändert  wiedergegeben,  jedoch  einen  unsern  Dank
verdienenden  Versuch  eines  griechischen  Glossars  beigefügt.  —Von
der  lateinischen  Übersetzung  des  alten  Anastasius  Bibliothecarius
soll  gleich  nachher  besonders  gesprochen  werden.
Die  Bonner  Ausgabe  des  Theophanes  ist  in  den  Jahren  1839
und  1841  in  zwei  starken  Bänden  erschienen,  deren  erster  durch
Herrn  Johann  Classen,  der  zweite,  mit  Ausnahme  des  von  demselben ­
  Gelehrten  verfassten  Index  grammaticus,  durch  Herrn  Immanuel ­
  Bekker  besorgt  worden  ist  -—  eine  Theilung  des  Geschäftes,
deren  Gründe  nicht  bekannt  geworden  sind;  doch  mögen  dieselben
nicht  unerheblich  gewesen  sein,  da  die  besondere  Herausgabe  der
Anastasischen  Übersetzung  und  der  Goar-Combefisischen  Commentare
  durch  einen  zweiten  Redacteur  die  Aufmerksamkeit  des  ersten,
Avelchem  die  Kritik  oblag,  von  jenen  wichtigen  Hülfsmitteln  des  Verständnisses ­
  und  der  Textberichtigung  ablenken  konnte,  was  auch,
wie  nur  zu  deutlich,  in  der  That  geschehen  ist.
Herr  Classen  hat,  um  gleich  die  Beurtheilung  seiner  Arbeit
zu  beginnen,  mit  Recht  die  kurze,  aber  sinnige  Combefisische  Vorrede ­
  wieder  abdrucken  lassen,  was  sich,  sollte  man  meinen,  von
            
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