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G. I/. F. Tafel.
schade, dass der Text, gedruckt wie er bereits war, keine Verbesserungen
mehr von diesen reichhaltigen Nachträgen erhalten konnte,
welche, was Feinheit und Schärfe des Urtheils betrifft, zum Besten
in der neu-byzantinischen Literatur gerechnet werden können, und
auch von einer andern, ganz praktischen Seite als Muster zu
empfehlen sind, dessen die neueren Bearbeiter solcher Werke des
Mittelalters nicht immer sich bewusst geblieben zu sein scheinen.
Damit meinen wir eine etwas mühsame Methode, den Text der griechischen
Chronographen nicht bloss, wie natürlich, aus ihnen selbst
und durch etwa noch vorhandene Handschriften zu berichtigen, sondern
zugleich jeneClasse von Hülfsmitteln herbeizuziehen, welche in
den nationalen Parallelschriftstellern enthalten sind. Bekanntlich
herrscht in keinem Tlieile der historiographischen Literatur des
Mittelalters so sehr das, was man, gelinde gesprochen, Epitomae
oder Exeerpte, strenger aber in bestimmten Fällen Plagium
nennt, als unter der zahlreichen Genossenschaft der Chronisten.
Diese Epitomatoren nun oder Plagiarier haben tlieils frühere Werke
excerpirt, tlieils sind sie von späteren ihrer Classe ausgezogen oder
ausgeschrieben worden. Um bloss von den Mittelgriechen zu reden,
so mag gerade der Chronograph Theophanes als erläuterndes Beispiel
dienen. Die Quellen, aus.welchen dieser Autor schöpfte, sind
uns zum grössten Theile unbekannt, und werden das wohl für immer
bleiben; nur so viel wissen wir, dass dieselben, was gewisse Epochen
betrifft, auf Procopius, Agathias, Simocatta und Georgius Pisida zurückgeführt
werden müssen, wo wir das Quellengebiet seiner Belichte
unbestreitbar zu suchen haben. Hier ist dieser Autor so
zu sagen ein activer Epitomator; er ist aber auch ein passiver,
denn die spätere Zeit hat diesen Annalisten wieder epitomirt oder
ausgeschrieben, was am meisten von Cedrenus (Scylitza) gilt, welcher
fast bloss den Theophanes wiederholt, ohne auf die von diesem
gebrauchten Autoren selbst zurückzugehen. Hierzu mag noch ein
dritter Fall gekommen sein, wo Zeitgenossen einander gegenseitig
ausschrieben, was später vielleicht deutlicher gemacht werden kann,
wenn gewisse ungedruckte Annalisten, wie Georgius Hamartolus, Johannes
Attaliatau. A. veröffentlicht und mit den bereits gedruckten verglichen
sein Averden. Hier also ist schon der blossen Textkritik, um
von anderem zu schweigen, eine besondere, sehr reiche Unterstützung
geboten, um welche den Byzantologen der altclassische Philolog,