Theophanis Clirouographia.
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nität geleistet worden, wie man diese in Fällen, wo es sich um
Beurtheilung eines nicht unverdienten Vorgängers handelt, diesseits
des deutschen Rheins in den byzantinischen Studien nicht immer
wahrnehmen kann. Combefis sah die schwache Seite der ihm zu
weiterer Besorgung anvertrauten Arbeit wohl ein, und hat zugleich,
wie der geistesverwandte Boivin, nach dem damaligen Stande der
kritischen Manipulation mehr und besseres gegeben, als bald nach
ihm selbst ein Dueange, dessen Richtung in der Herausgabe alter
Schriften bekanntlich im Ganzen eine andere gewesen ist. Auf Combefis
und seine Theophanische Arbeit kommen wir weiter unten noch
einmal da zurück, wo über die Bonner Ausgabe besonders geredet
werden muss.
Goar hinterliess seinem Freunde Combefis den Text des Theophanes
mit der lateinischen Übersetzung von Buccardus im Drucke
fast vollendet, seinen Commentar jedoch nur in Manuscript. Was
Combefis zur Vollendung von Goar’s Arbeit beitrug, besteht wesentlich
in Folgendem: Die Vita und das Officium des h. Theophanes
war bis dahin nur aus der sehr alten lateinischen Legende bekannt
gewesen, welche, da sie schon Anastasius kannte, bald nach Theophanes
Tode abgefasst sein muss. Die Acta Sanetorum vom zwölften
Mai gaben früher diese Urkunden, weckten aber schon in Goar den
Wunsch, das griechische Original auffinden zu können, aus welchem
ohne Zweifel die Übertragung hervorgegangen war. Was dieser
nicht mehr erlebte, sollte dem Vollender seiner Ausgabe durch Vermittlung
hochstehender Männer in Italien gelingen: Combefis erhielt
die Abschrift eines Codex der Marcusbibliothek in Venedig, welcher
den Urtext der lateinischen Übersetzung enthält. Dieses war seine
erste Bereicherung der Goar’schen Ausgabe, an deren Spitze diese
griechischen Aufsätze stehen. Dass sodann den „Notae” seines
Freundes die gehörige Nachhülfe zu Tlieil wurde, lernen wir aus
der Vorrede von Combefis, und ein Blick in die „Notae posteriores”
des letztem, welche abgesondert auf die Arbeit des Vorgängers folgen,
zeigt uns da, wo er zu Berichtigungen derselben veranlasst
war, nicht nur die ausgewählte Gelehrsamkeit des Mannes, sondern
auch jene humanen Formen, welche den literarischen Productionen
des damaligen Frankreichs noch heute zur Ehre gereichen. Dass die
gedachten Notae posteriores hauptsächlich dem kritischen Tlieil von
Goar’s Commentar nachhelfen sollten, ist oben angedeutet worden,