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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Theophanis  Clirouographia.

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nität  geleistet  worden,  wie  man  diese  in  Fällen,  wo  es  sich  um
Beurtheilung  eines  nicht  unverdienten  Vorgängers  handelt,  diesseits
des  deutschen  Rheins  in  den  byzantinischen  Studien  nicht  immer
wahrnehmen  kann.  Combefis  sah  die  schwache  Seite  der  ihm  zu
weiterer  Besorgung  anvertrauten  Arbeit  wohl  ein,  und  hat  zugleich,
wie  der  geistesverwandte  Boivin,  nach  dem  damaligen  Stande  der
kritischen  Manipulation  mehr  und  besseres  gegeben,  als  bald  nach
ihm  selbst  ein  Dueange,  dessen  Richtung  in  der  Herausgabe  alter
Schriften  bekanntlich  im  Ganzen  eine  andere  gewesen  ist.  Auf  Combefis ­
  und  seine  Theophanische  Arbeit  kommen  wir  weiter  unten  noch
einmal  da  zurück,  wo  über  die  Bonner  Ausgabe  besonders  geredet
werden  muss.
Goar  hinterliess  seinem  Freunde  Combefis  den  Text  des  Theophanes
  mit  der  lateinischen  Übersetzung  von  Buccardus  im  Drucke
fast  vollendet,  seinen  Commentar  jedoch  nur  in  Manuscript.  Was
Combefis  zur  Vollendung  von  Goar’s  Arbeit  beitrug,  besteht  wesentlich ­
  in  Folgendem:  Die  Vita  und  das  Officium  des  h.  Theophanes
war  bis  dahin  nur  aus  der  sehr  alten  lateinischen  Legende  bekannt
gewesen,  welche,  da  sie  schon  Anastasius  kannte,  bald  nach  Theophanes ­
  Tode  abgefasst  sein  muss.  Die  Acta  Sanetorum  vom  zwölften
Mai  gaben  früher  diese  Urkunden,  weckten  aber  schon  in  Goar  den
Wunsch,  das  griechische  Original  auffinden  zu  können,  aus  welchem
ohne  Zweifel  die  Übertragung  hervorgegangen  war.  Was  dieser
nicht  mehr  erlebte,  sollte  dem  Vollender  seiner  Ausgabe  durch  Vermittlung ­
  hochstehender  Männer  in  Italien  gelingen:  Combefis  erhielt
die  Abschrift  eines  Codex  der  Marcusbibliothek  in  Venedig,  welcher
den  Urtext  der  lateinischen  Übersetzung  enthält.  Dieses  war  seine
erste  Bereicherung  der  Goar’schen  Ausgabe,  an  deren  Spitze  diese
griechischen  Aufsätze  stehen.  Dass  sodann  den  „Notae”  seines
Freundes  die  gehörige  Nachhülfe  zu  Tlieil  wurde,  lernen  wir  aus
der  Vorrede  von  Combefis,  und  ein  Blick  in  die  „Notae  posteriores”
des  letztem,  welche  abgesondert  auf  die  Arbeit  des  Vorgängers  folgen, ­
  zeigt  uns  da,  wo  er  zu  Berichtigungen  derselben  veranlasst
war,  nicht  nur  die  ausgewählte  Gelehrsamkeit  des  Mannes,  sondern
auch  jene  humanen  Formen,  welche  den  literarischen  Productionen
des  damaligen  Frankreichs  noch  heute  zur  Ehre  gereichen.  Dass  die
gedachten  Notae  posteriores  hauptsächlich  dem  kritischen  Tlieil  von
Goar’s  Commentar  nachhelfen  sollten,  ist  oben  angedeutet  worden,
            
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