Byzantinische Analekten.
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die Erzählung jedoch bis zur Thronbesteigung seines Sohnes Andronikos
des älteren fortgeführt. Dessen Versprechen, alle Verhandlungen
mit Rom abzubrechen, und eifrig der orthodoxen Kirche
anzuhängen, bildet den Schluss des Gedichtes 1 ).
Konstantinopels Eroberung durch die Kreuzfahrer ist eine der
folgenreichsten Begebenheiten der byzantinischen Geschichte: nicht
so sehr für die Hauptstadt des Reiches und die zunächst gelegenen
Länder, die ja nach kaum einem halben Jahrhunderte wieder einem
griechisch-redenden und nach byzantinischen Grundsätzen regierenden
Herrscher sich unterwerfen mussten, als für die südlichen Provinzen
des Reiches, den eigentlichen Ursitz der Hellenen, das Festland von
Hellas und insbesondere die Halbinsel des Pelops. Durch Wilhelm
von Cli a mp litt es und Gottfried von Villehar duin’s kriegerische
Thaten wurde in kurzer Zeit die ganze Halbinsel den Lateinern
unterworfen und daselbst eine Feudalherrschaft nach Art aller
Staaten des Abendlandes im Mittelalter gebildet; alle Verhältnisse
wurden dadurch von Grund aus verwandelt, ein neues Recht, neue
Sitten und Gebräuche in dem Stammlande und Bollwerke hellenischer
Bevölkerung eingeführt, eine neue Baukunst, nordischen Ländern
entlehnt, entsprechend dem Bedürfnisse in ewiger Fehde begriffener
Barone und Feudalherren neben die Ruinen althellenischer
Heiligthümer verpflanzt: durch die Berührung byzantinischen und
abendländischen Lebens entstand eine neue, dem byzantinischen
Geiste fremde Literatur in abendländisch - mittelalterlichem Geiste
gedacht, sich romäischer Sprache bedienend 3 ). Metropolen und
l ) Michael Paläologos in Konstantinopel. Verfahren gegen den letzten Laskariden
v. 612 — 622. Patriarch Arsenios belegt den Kaiser mit dem Banne
v. 623 — 626. Balduins Bemühungen zur Wiedererlangung Konstantinopels,
in Italien Rüstungen zu seinen Gunsten v. 627—655. Michael befestigt
Konstantinopel, knüpft Verhandlungen mit dem Papste wegen der Kirchenvereinigung
an v. 656 — 701. Johannes Bekkos wird statt Joseph zum Patriarchen
von Konstajitinopel ernannt v. 702 — 716. Michael bedrängt die
Gegner der Kirchenvereinigung v. 717—726. Sein Tod v. 727 — 732. Andronikos
der Ältere v. 733 — 751. Schluss des Gedichtes v. 751 — 759.
) Leider liegen die Denkmale dieser Literatur, die ziemlich reichhaltig ist und
zu vollständiger Kenntniss des geistigen Lebens im Mittelalter wesentlich
Sitzb. d. phil.-hist. CI. IX. Bd. II. Hft. 23