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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph  Müller.

stantinopel  zu  Wasser  und  zu  Land  ein,  und  eroberten  endlich  „die
gottbeschützte  Stadt”  am  12.  April  des  Jahres  1204  mit  Sturm.
Murtzüphlos  entfloh,  die  Stadt  wurde  der  Plünderung  preisgegeben ­
 1 ).  Acht  und  fünfzig  Jahre  herrschten  darauf  in  der  Siebenhügelstadt ­
  die  abendländischen  Ritter,  die  Balduin  von  Flandern  zum
ersten  Kaiser  yon  Romanien  erwählten.  Eine  bleibende  Herrschaft
vermochten  sie  aber  in  diesen  Ländern  nicht  zu  gründen 3 ).  Die
kraftvollen  Regenten  der  Laskariden-Dynastie,  die  in  Nikäa  den  Sitz
ihrer  Regierung  aufgeschlagen  hatten,  machten  ihnen  alle  weitere
Ausdehnung  der  Herrschaft  nicht  nur  in  Asien  unmöglich,  sondern
bedrängten  sie  auch  in  ihren  europäischen  Besitzungen 3 ),  und  als
der  kühne  Usurpator  Michael  Paläologos,  der  Vormund  des  letzten
der  Laskariden,  Johannes,  durch  einen  Treubruch  den  Thron  an  sich
gerissen  hatte,  begnügte  er  sich  nicht,  die  lateinische  Herrschaft
fast  bis  auf  die  Hauptstadt  zu  beengen,  sondern  all  sein  Dichten  und
Trachten  war  dahin  gerichtet,  sich  auch  Konstantinopels  wieder  zu
bemächtigen.  Unverhoffter  Weise  gelang  dies  seinem  Feldherrn
Strategopulos  durch  List  (den  23.  Juli  1261) 4 ).
Auch  die  Regierungsgeschichte  des  ersten  Paläologen  wird  in
unserem  Gedichte  noch  erzählt,  und  besonders  die  Beweggründe
hervorgehoben,  welche  Michael  bestimmten,  eine  Vereinigung  der  occidentalischen
  und  orientalischen  Kirche  anzustreben.  Seine  Streitigkeiten ­
  mit  dem  Patriarchen  Arsenios  werden  berührt,  und  die  Verhandlungen ­
  mit  dem  römischen  Stuhle  weitläufiger  dargelegt.  Auf
die  übrigen  Vorfälle  seiner  Regierung  ist  keine  Rücksicht  genommen;

] )  Zweiter  Angriff  der  Lateiner  v.  325—279.  Wüthen  der  Eroberer  in  der
Stadt  p.  280  —  326.
3 )  Balduin  I.  von  Flandern.  Eroberungen  in  Thrakien  v.  327—331.  Murtzuplilos
  Schicksal  v.  332  —  353.
3 )  Die  Laskariden  v.  354—370.  Hier  folgt  eine  Episode  von  Wundern  des
heiligen  Georg  in  echt  byzantinischer  Weise  weitläufiger  erzählt,  als  jedes
historische  Ereigniss  v.  371  —  444.
4)  Michael  Paläologos  v.  445—451.  Hierauf  abermals  eine  Episode  von  den
Wundern  des  Leichnams  des  K.  Basilios  Bulgaroktonos  v.  451—522.  Michaels
Rüstungen  v.  523—531.  Er  sendet  Alexios  Strategopulos  nach  dem  westlichen ­
  Theile  des  Reiches,  ihm  und  Kutritzakis  List  gelingt  es,  sich  Konstantinopels ­
  zu  bemächtigen  v.  532  —  585.  Flucht  der  Lateiner  586—598.
Brand  in  Konstantinopel  v.  599  —  611.
            
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