326
Prof. Goldenthal.
diese letztere äussert sich der Verfasser in seinem Vorworte sehr
bescheiden wie folgt: „Die Übersetzungen betreibend, welche wir
unserem Werke hier beilegten, erklären wir hiermit, dass sie sich
nur für gereimte Prosa ausgeben, ohne irgend ein metrisches
Verdienst für sich anzusprechen.”
Dass wir von den Lebensumständen des Verfassers so wenig erfahren,
trägt Herr Dukes keine Schuld; es liegen einmal keine Daten
vor. Aber da hätte wenigstens Herr Dukes nicht auf das Titelblatt
seiner Schrift setzen sollen: „Darstellung seines Lebensund
literarischen Wirkens” (des R. Mose ben Esra); man stellt sich ja
dadurch mehr vor, und hat vollkommenes Recht Ansprüche zu machen.
Ferner müsste unter den hebräischen Beilagen auch Einiges aus
dem Werke Tars ehisch hier Platz finden. Herr Dukes bemerkt
zwar selbst: „Hebräische Proben aus dem Tarschisch sind hier weggeblieben,
weil wir unter günstigen Umständen das ganze Werk
herauszugeben gesonnen sind,” und eine fünf Jahre später abgedruckte
Ankündigung sammt Probe liegt uns sogar vor; aber eben
diese separate Ankündigung, welche leicht verloren geht, und die
Unwahrscheinlichkeit der baldigen Ermöglichung zum Drucke desselben
macht das Nichtanschliessen einiger Proben an dieses Schriftchen
fühlbar. Zudem ist das Tarschisch ein Hauptwerk R. Mose
ben Esra’s, so durfte eine klare und stoffliche Anschaulichmachung
desselben in dessen Rilde nicht fehlen, sofern eine gewisse Vollständigkeit
erzielt werden sollte.
Wie nun Herr Dukes Anknüpfungspuncte hervorsucht, um dies
sein gegenwärtiges Schriftchen über R. Moses ben Esra mit seinem
früher herausgegebenen „Ehrensäulen und Denksteine” in einen
Connex'Zu bringen, indem er den ersten Paragraphen folgenderweise
anfangt: „An Salomo ben Gebirol schlossen sich mehrere der
reichbegabteston Geister an u. s. w. Einer derjenigen, welche der
Zeit nach Gebirol am nächsten stehen, ist Moses ben Jacob
Eben Esra aus Granada in Spanien, unstreitig einer der geistreichsten
Männer, welche die maurisch-jüdische Epoche hervorgebracht,”
so kommt er auch wieder hier auf seine dort angekündigte Geschichte
der schönen Literatur zurück, und zwar mit der ausdrücklichen
Behauptung, dass er bereits jenen entworfenen Plan zum Tlieil
ausgeführt habe. Der erste Band dieser Geschichte soll, nach seiner
Aussage, die allgemeinen Momente der Geschichte dieser Literatur