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Prof. Goldenthal.
in diesem Fache, und als solche um so interessanter. Jedoch besitzt
Delitzsch mehr Handhabung der Form, mehr Gestaltungskunst, als
eigentliche gründliche Kenntniss von dem bearbeiteten Stoffe. Dukes
fühlte das, er wollte Einspruch thun, und schleuderte diesen Wurf.
Er lässt kein Wort über Delitzsch verlauten, erwähnt sein Buch im
geringsten nicht, weder beifällig, noch tadelnd; seine „Ehrensäulen
und Denksteine” sind augenscheinlich doch gar nichts Anderes, als
eine gleichsam pantomimische Polemik gegen dies Werk Delitzschens.
In dem Vorworte zu der kleinen Schrift verspricht Dukes ein
grossartiges Werk: „Geschichte der neuhebräischen Poesie
und Stylistik vom Schlüsse des Talmuds bis zur neuern Zeit
herab.” Es sollen darin, ausser den speciellen Biographien und
Beurtheilungen, einleitend noch folgende Gegenstände einer genauen
Betrachtung unterworfen werden:
1) Quellen und Arten der religiösen Poesie.
2) Die Agadali und deren Verhältniss zu den Piutim.
3) Die Mystik.
4) Quellen und Arten der weltlichen Poesie.
5) Allgemeiner Unterschied zwischen der Poesie der spanischen
und deutschen Israeliten.
6) Äussere Form (Prosodie).
7) Innere Form (Styl).
8) Verhältniss der heiligen Bücher zur Poesie der Neuern in
stylistisclier Hinsicht.
Alles Puncte, die bei Delitzsch fehlen, oder an welchen er nur
leise vorbeigestreift war. Nicht zu verwundern auch, wenn er unter
der Rubrik Gebirol die Vorgeschichte der Gebet-Abfassung und
der synagogalen Poesie von den ersten Spuren derselben im Talmud
bis auf Gebirol auf einem gar zu geringen Raume von ein
paar Blättchen durchfliegt. Man sieht, Herr Dukes hatte die Brust
voll, er wollte Alles auf Einmal, wenn nicht sagen, doch andeuten,
er warf daher Alles wie eine Notiz von sich, er zeigte, was er im
Stande, was er leisten wollte.
Gleicherweise sind die hebräischen und deutschen Beilagen,
welche er dem Büchelchen als Anhang beigegeben hat, nicht ohne
Werth. Als hebräische Beilage ist hier freilich die schon von De
Sacy zum erstenmale in dem Eingang zu der Ausgabe der Makamen
Hariri’s edirte hebräische Übersetzung der dritten Makame dessel-