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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof.  Goldenthal.

in  diesem  Fache,  und  als  solche  um  so  interessanter.  Jedoch  besitzt
Delitzsch  mehr  Handhabung  der  Form,  mehr  Gestaltungskunst,  als
eigentliche  gründliche  Kenntniss  von  dem  bearbeiteten  Stoffe.  Dukes
fühlte  das,  er  wollte  Einspruch  thun,  und  schleuderte  diesen  Wurf.
Er  lässt  kein  Wort  über  Delitzsch  verlauten,  erwähnt  sein  Buch  im
geringsten  nicht,  weder  beifällig,  noch  tadelnd;  seine  „Ehrensäulen
und  Denksteine”  sind  augenscheinlich  doch  gar  nichts  Anderes,  als
eine  gleichsam  pantomimische  Polemik  gegen  dies  Werk  Delitzschens.
In  dem  Vorworte  zu  der  kleinen  Schrift  verspricht  Dukes  ein
grossartiges  Werk:  „Geschichte  der  neuhebräischen  Poesie
und  Stylistik  vom  Schlüsse  des  Talmuds  bis  zur  neuern  Zeit
herab.”  Es  sollen  darin,  ausser  den  speciellen  Biographien  und
Beurtheilungen,  einleitend  noch  folgende  Gegenstände  einer  genauen
Betrachtung  unterworfen  werden:
1)  Quellen  und  Arten  der  religiösen  Poesie.
2)  Die  Agadali  und  deren  Verhältniss  zu  den  Piutim.
3)  Die  Mystik.
4)  Quellen  und  Arten  der  weltlichen  Poesie.
5)  Allgemeiner  Unterschied  zwischen  der  Poesie  der  spanischen ­
  und  deutschen  Israeliten.
6)  Äussere  Form  (Prosodie).
7)  Innere  Form  (Styl).
8)  Verhältniss  der  heiligen  Bücher  zur  Poesie  der  Neuern  in
stylistisclier  Hinsicht.
Alles  Puncte,  die  bei  Delitzsch  fehlen,  oder  an  welchen  er  nur
leise  vorbeigestreift  war.  Nicht  zu  verwundern  auch,  wenn  er  unter
der  Rubrik  Gebirol  die  Vorgeschichte  der  Gebet-Abfassung  und
der  synagogalen  Poesie  von  den  ersten  Spuren  derselben  im  Talmud ­
  bis  auf  Gebirol  auf  einem  gar  zu  geringen  Raume  von  ein
paar  Blättchen  durchfliegt.  Man  sieht,  Herr  Dukes  hatte  die  Brust
voll,  er  wollte  Alles  auf  Einmal,  wenn  nicht  sagen,  doch  andeuten,
er  warf  daher  Alles  wie  eine  Notiz  von  sich,  er  zeigte,  was  er  im
Stande,  was  er  leisten  wollte.
Gleicherweise  sind  die  hebräischen  und  deutschen  Beilagen,
welche  er  dem  Büchelchen  als  Anhang  beigegeben  hat,  nicht  ohne
Werth.  Als  hebräische  Beilage  ist  hier  freilich  die  schon  von  De
Sacy  zum  erstenmale  in  dem  Eingang  zu  der  Ausgabe  der  Makamen
Hariri’s  edirte  hebräische  Übersetzung  der  dritten  Makame  dessel-
            
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