Die neueste historische Schule in der jüdischen Literatur.
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Werk Tachkemoni (’Jiasrm), mit einigen wenigen deutschen Übertragungen
aus demselben, und der Inhaltsangabe aller der fünfzig
Pforten (D’HJ'tP)', in welche das Buch zerfällt. Hier äussert sich der
Herr Verfasser, Seite 36, sehr bescheiden mit folgenden Worten:
„Als Beleg und Ergänzung zum Gesagten führen wir dem verehrten
Leser ein detaillirtes Verzeichniss des Inhalts der Makamen unseres
Dichters, mit einigen Auszügen, vor, wobei wir bemerken, dass unsere
Übersetzung auf Kunstform gar keinen Auspruch (für diesmal)
macht, sie soll nur eine wörtliche Übertragung sein. Dass die
Natur uns nicht mit Rückert’s Talenten begabte, kann keiner der
wertlien Leser mehr bedauern als Schreiber dieses selbst.”
Eine dritte Rubrik: Denksteine, Geschichte und Theorie
der Poesie unter den Juden, bringt keine Geschichte, sondern
einen flüchtigen Überblick, wie die Geschichte und die Theorie
der Poesie in der jüdischen Literatur behandelt wurde. Einzelne
Notizen aus verschiedenen Werken, wie es ihm auch nicht anders
möglich war, stellt er hier auf dem geringen Raume einiger Blättchen
zusammen, mit dem von selbst verständlichen kurzen Resultate,
dass weder die Geschichte noch die Theorie der Poesie jemals
ernstliche und eigentliche Bearbeitung fand.
Will man nun diesen ersten historischen Versuch des Verfassers
so geradezu betrachten, so ist er wirklich nur ein blosser Versuch.
Er ist wie eine Skizze ohne Rahmen. Aber auf der blossen
Oberfläche schwimmt das ephemere Urtheil; das wissenschaftliche,
dem nicht am Tadel, sondern am Nützlichen und am ohjectiven
Gewinnste aus einer jeden literarischen Erscheinung gelegen ist,
kann sich damit nicht begnügen. Man muss nämlich wissen, dass
ein Jahr vor dem Erscheinen dieser „Ehrensäulen und Denksteine”,
im Jahre 1836 Dr. Delitzsch in Leipzig sein Werk:
„Geschichte der jüdischen Poesie” herausgegeben hatte. Delitzsch
machte bedeutendes Aufsehen mit seiner Schrift, sie war die erste
bischen ins Hebräische, nicht aber aus dem Griechischen ins Arabische übersetzt
hat. Überhaupt haben die maurischen Juden, wie die späteren Araber,
gar keine Kenntniss des Griechischen besessen. Vielmehr ist dies Buch über
die Seele, das bekannte von Galen, arabisch durch Honain Ben lsak, und
hebräisch von Charisi, welch’ letztere Übersetzung bereits zum zweiten
Male unlängst in Leipzig im Druck erschienen ist.