Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Die  neueste  historische  Schule  in  der  jüdischen  Literatur.

321

Werk  Tachkemoni  (’Jiasrm),  mit  einigen  wenigen  deutschen  Übertragungen ­
  aus  demselben,  und  der  Inhaltsangabe  aller  der  fünfzig
Pforten  (D’HJ'tP)',  in  welche  das  Buch  zerfällt.  Hier  äussert  sich  der
Herr  Verfasser,  Seite  36,  sehr  bescheiden  mit  folgenden  Worten:
„Als  Beleg  und  Ergänzung  zum  Gesagten  führen  wir  dem  verehrten
Leser  ein  detaillirtes  Verzeichniss  des  Inhalts  der  Makamen  unseres
Dichters,  mit  einigen  Auszügen,  vor,  wobei  wir  bemerken,  dass  unsere ­
  Übersetzung  auf  Kunstform  gar  keinen  Auspruch  (für  diesmal) ­
  macht,  sie  soll  nur  eine  wörtliche  Übertragung  sein.  Dass  die
Natur  uns  nicht  mit  Rückert’s  Talenten  begabte,  kann  keiner  der
wertlien  Leser  mehr  bedauern  als  Schreiber  dieses  selbst.”
Eine  dritte  Rubrik:  Denksteine,  Geschichte  und  Theorie ­
  der  Poesie  unter  den  Juden,  bringt  keine  Geschichte,  sondern ­
  einen  flüchtigen  Überblick,  wie  die  Geschichte  und  die  Theorie ­
  der  Poesie  in  der  jüdischen  Literatur  behandelt  wurde.  Einzelne
Notizen  aus  verschiedenen  Werken,  wie  es  ihm  auch  nicht  anders
möglich  war,  stellt  er  hier  auf  dem  geringen  Raume  einiger  Blättchen ­
  zusammen,  mit  dem  von  selbst  verständlichen  kurzen  Resultate,
dass  weder  die  Geschichte  noch  die  Theorie  der  Poesie  jemals
ernstliche  und  eigentliche  Bearbeitung  fand.
Will  man  nun  diesen  ersten  historischen  Versuch  des  Verfassers ­
  so  geradezu  betrachten,  so  ist  er  wirklich  nur  ein  blosser  Versuch. ­
  Er  ist  wie  eine  Skizze  ohne  Rahmen.  Aber  auf  der  blossen
Oberfläche  schwimmt  das  ephemere  Urtheil;  das  wissenschaftliche,
dem  nicht  am  Tadel,  sondern  am  Nützlichen  und  am  ohjectiven
Gewinnste  aus  einer  jeden  literarischen  Erscheinung  gelegen  ist,
kann  sich  damit  nicht  begnügen.  Man  muss  nämlich  wissen,  dass
ein  Jahr  vor  dem  Erscheinen  dieser  „Ehrensäulen  und  Denksteine”, ­
  im  Jahre  1836  Dr.  Delitzsch  in  Leipzig  sein  Werk:
„Geschichte  der  jüdischen  Poesie”  herausgegeben  hatte.  Delitzsch
machte  bedeutendes  Aufsehen  mit  seiner  Schrift,  sie  war  die  erste

bischen  ins  Hebräische,  nicht  aber  aus  dem  Griechischen  ins  Arabische  übersetzt ­
  hat.  Überhaupt  haben  die  maurischen  Juden,  wie  die  späteren  Araber,
gar  keine  Kenntniss  des  Griechischen  besessen.  Vielmehr  ist  dies  Buch  über
die  Seele,  das  bekannte  von  Galen,  arabisch  durch  Honain  Ben  lsak,  und
hebräisch  von  Charisi,  welch’  letztere  Übersetzung  bereits  zum  zweiten
Male  unlängst  in  Leipzig  im  Druck  erschienen  ist.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.