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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof.  Goldenthal.

Betrachten  wir  nun  seine  Schriften  im  Einzelnen,  und  zwar  aufwärts ­
  von  den  ersten  Anfängen  bis  auf  seine  spätere  Entwickelung,
so  gewinnen  wir  ein  treues  Bild  seiner  schriftstellerischen  Gesammtthätigkeit,
  so  dass  die  schwächeren  Charakterzüge  das  Ganze  nicht
verunstalten,  sondern  eher  zur  wahren  und  gerechten  Würdigung
beitragen.
Als  erster  Versuch  erscheinen  seine  „Ehrensäulen  und  Denksteine ­
  zu  einem  künftigen  Pantheon  hebräischer  Dichter  und  Dichtungen. ­
  Wien  1837”.  Zwei  sind  es,  denen  Ehrensäulen  hier  aufgerichtet ­
  werden,  nämlich  R.  Salomo  ben  Gebirol,  der  erste
gefeierteste  Dichter  aus  der  maurisch-spanischen  Schule,  blühend
gegen  die  zweite  Hälfte  des  eilften  Jahrhunderts,  und  R.  Jehudah
Al-Charisi,  der  bekannte  Nacheiferer  Hariri’s  und  Verfasser  des
Makamen-Werkes:  Tachkemoni.  In  Ermangelung  näherer  Daten  über
ihre  Lebensumstände,  werden  da  ihre  Geistesproducte,  die  im  Grunde
das  Wichtigste  im  Lehen  eines  jeden  Schriftstellers  sind,  aufgezählt, ­
  und  deren  Inhalt  kurz  charakterisirt.  Von  Salomo  ben  Gebirol
finden  wir  religiöse  (richtiger:  eigentlich  rituelle)  Gedichte, ­
  ausser  seinem  grösseren  philosophischen  Chether  Malchuth
7J"D),  Königskrone,  noch  vierzig  namentlich  hier  aufgeführt ­
  mit  Angabe  der  verschiedenen  Ritualien,  wo  sie  anzutreffen  sind,
und  talmudisch-didaktische  (wir  möchten  sie  eher  religiös-ceremoniel
  -didaktische  nennen)  vier  an  der  Zahl.  Ausserdem  schrieb
er  noch  das  bereits  gedruckte  und  bekannte  Thikun  Midoth  ha-Nephesch
  (tp&jn  nna  pjWi)  die  Verbesserung  der  Sitten,  ein
moralisch-philosophisches  Werk,  ferner  ein  grammatisches  Gedicht  in
vierhundert  Versen,  von  denen  sich  bloss  hundert,  durch  ein  zufälliges ­
  Citat  des  R.  Salomo  Parchon,  erhalten  und  in  dessen  Lexicon
mit  abgedruckt  sind,  und  wahrscheinlich  noch  eine  Menge  anderer
Hymnen,  die  in  Handschriften  enthalten  sein  mögen.  Von  R.  Jeliuda
  h  Al-C  haris  i  werdenseine  bekannten  Übersetzungen  aus  dem
Arabischen  (')  erstens  erwähnt,  dann  vorzüglich  sein  Makamen-‘)

  Beiläufig  müssen  wir  eine  unrichtige  Angabe  der  Bibliographen,  denen  Herr
Dukes  hier  nachschreibt,  bemerken,  wornacli  Cliarisi  das  Buch  über
die  Seele  1DD)  aus  dem  Arabischen  des  R.  Abraham  Ben  C  his  da  i
ins  Hebräische  übersetzt  haben  soll.  Wer  die  Arbeiten  des  It.  Abraham  ben
Chisdai  kennt,  wird  wohl  wissen,  dass  dieser  mehrere  Werke  aus  dem  Ara-
            
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