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Prof. Goldenthal.
Betrachten wir nun seine Schriften im Einzelnen, und zwar aufwärts
von den ersten Anfängen bis auf seine spätere Entwickelung,
so gewinnen wir ein treues Bild seiner schriftstellerischen Gesammtthätigkeit,
so dass die schwächeren Charakterzüge das Ganze nicht
verunstalten, sondern eher zur wahren und gerechten Würdigung
beitragen.
Als erster Versuch erscheinen seine „Ehrensäulen und Denksteine
zu einem künftigen Pantheon hebräischer Dichter und Dichtungen.
Wien 1837”. Zwei sind es, denen Ehrensäulen hier aufgerichtet
werden, nämlich R. Salomo ben Gebirol, der erste
gefeierteste Dichter aus der maurisch-spanischen Schule, blühend
gegen die zweite Hälfte des eilften Jahrhunderts, und R. Jehudah
Al-Charisi, der bekannte Nacheiferer Hariri’s und Verfasser des
Makamen-Werkes: Tachkemoni. In Ermangelung näherer Daten über
ihre Lebensumstände, werden da ihre Geistesproducte, die im Grunde
das Wichtigste im Lehen eines jeden Schriftstellers sind, aufgezählt,
und deren Inhalt kurz charakterisirt. Von Salomo ben Gebirol
finden wir religiöse (richtiger: eigentlich rituelle) Gedichte,
ausser seinem grösseren philosophischen Chether Malchuth
7J"D), Königskrone, noch vierzig namentlich hier aufgeführt
mit Angabe der verschiedenen Ritualien, wo sie anzutreffen sind,
und talmudisch-didaktische (wir möchten sie eher religiös-ceremoniel
-didaktische nennen) vier an der Zahl. Ausserdem schrieb
er noch das bereits gedruckte und bekannte Thikun Midoth ha-Nephesch
(tp&jn nna pjWi) die Verbesserung der Sitten, ein
moralisch-philosophisches Werk, ferner ein grammatisches Gedicht in
vierhundert Versen, von denen sich bloss hundert, durch ein zufälliges
Citat des R. Salomo Parchon, erhalten und in dessen Lexicon
mit abgedruckt sind, und wahrscheinlich noch eine Menge anderer
Hymnen, die in Handschriften enthalten sein mögen. Von R. Jeliuda
h Al-C haris i werdenseine bekannten Übersetzungen aus dem
Arabischen (') erstens erwähnt, dann vorzüglich sein Makamen-‘)
Beiläufig müssen wir eine unrichtige Angabe der Bibliographen, denen Herr
Dukes hier nachschreibt, bemerken, wornacli Cliarisi das Buch über
die Seele 1DD) aus dem Arabischen des R. Abraham Ben C his da i
ins Hebräische übersetzt haben soll. Wer die Arbeiten des It. Abraham ben
Chisdai kennt, wird wohl wissen, dass dieser mehrere Werke aus dem Ara-