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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Die  neueste  historische  Schule  in  der  jüdischen  Literatur.

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am  meisten  gewidmet  zu  sein  scheint,  so  gering  an  Zahl,  und  dazu
noch  lakonisch-einsylbig  aufgezeichnet,  dass  sie  wie  zufällig  hineingeschlichen ­
  betrachtet  werden  können.  Nicht  mit  Unrecht  gehen  die
späteren  Literargeschiclite-Bearbeiter  von  den  da  gegebenen  Notizen
aus,  und  stützen  sich  darauf  wie  auf  ein  Buch  echter  Tradition.  Es
gewährt  in  der  That  bei  der  chronikartigen  Kürze  auch  chronikangemessene ­
  naive,  reine  Wahrheit.  Nach  den  zwei  alten  Ausgaben
(Mantua  1313  und  Venedig  1346)  erschien  es  mehrere  Male  im
Drucke,  und  gehört  noch  immer  zu  den  nicht  häufig  anzutreffenden.
Ein  zweites  ist  das  bekannte  Werk  Juchassin  (ponv)  >  von  R.
Abraham  Zaeuto,  einem  Spanier  aus  Salamanca  und  gewesenem  Professor ­
  der  Astronomie  zu  Saragossa  (blühete  gegen  die  Mitte  des
fünfzehnten  Jahrhunderts).  Die  Grenzmarken  der  Behandlung  sich
in  ausgedehnterem  Horizonte  absteckend,  unternimmt  er  es  zuerst
auch  die  Lehrer  des  Talmuds  und  der  Mischnah  in  das  Bereich  seinei
Forschung  zu  ziehen.  Alphabetisch  geordnet  behandelt  er  dieselben
in  historischer  und  biographischer  Beziehung  mit  Angabe  der  Stellen,
wo  sie  nebst  ihren  wichtigsten  Aussprüchen  Vorkommen,  so  dass  nicht
nur  an  geschichtlicher  Kenntniss  ihrer  selbst,  sondern  auch,  was  bei
weitem  viel  mehr  Werth  in  sich  trägt,  an  inhaltlicher  Erklärung  und
systematischer  Zurechtlegung  derjenigen  Wissenschaft,  welche  sie
vertreten,  bedeutend  gewonnen  worden  ist.  Als  Geschichtsquelle
stehet  es  dem  Vorigen  an  Zuverlässigkeit  nicht  nach.  Es  ist  überhaupt ­
  ein  Werk,  das  mit  einer  gewissermassen  zu  nennenden  Ausfühl  -
lichkeit  geschichtliche  Wahrheit  und  Gründlichkeit  der  F  orschung
verbindet.  Anlage  und  Systematik  zeigen  überdies  den  studirten  und
gut  eingeschulten  Schriftsteller.  Dass  er  das  obige  Werkchen  ha-Kabbalah
  benutzt  hatte,  war  nicht  anders  als  billig  und  erforderlich.
Schalscheleth  ha-Kabbalah  (rfopn  rbvbv),  die  Kette  der
Tradition,  ist  ferner  das  dritte  in  der  Reihe  der  literargeschichtliehen
  Werke,  welche  aus  der  spanisch-arabischen  Periode  datiren.
Rabbi  Gedaljah,  aus  der  Gelehrten-Familie  Jachia  in  Portugal  stammend ­
  und  blühend  im  sechzehnten  Jahrhundert,  trug  es  aus  den
erwähnten  Quellen  zusammen,  indem  er  noch  manche  andere  abseiten
liegende  benutzte.  Gediegenheit  und  Genauigkeit  ist  gei’ade  das,
was  dem  Werke  am  meisten  zu  wünschen  gewesen  wäre.
An  diese  Terne  aus  der  classischen  Zeit  schliesst  sich  eine  andere ­
  spätere  aus  der  italienisch-deutschen  Schule,  welche  das  Buch
            
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