Habsburgische Excurse.
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Rede hervor, welche Aeneas Sylvius als päpstlicher Legat bei jenem
Congresse hielt, der nach der gewaltsamen Befreiung des jungen
Königs zu Wien im' November 14S2 zur Ausgleichung so vieler
streitigen Puncte zwischen Vormund und Mündel gehalten wurde;
sie bemühte sich, das Benehmen des päpstlichen Stuhles zu rechtfertigen
, der natürlich bei dem für den Kaiser unglücklich ausgefallenen
Ausgange der Vormundschafts-Angelegenheit von der
siegenden Partei vielfach geschmäht und des Verrathes beschuldiget
wurde.
Da aus der Darstellung des beredten Mannes jedenfalls liervOTgeht,
dass diese Sache von allen Seiten aufs lebhafteste besprochen
und erörtert wurde, und auch das Uriheil über Recht und Unrecht,
welche, wie so häufig, auf keiner Seite aussch liessend
obwalteten, wesentlich erleichtert wird, so habe ich eine umständliche
Analyse und häufige Anführung der gebrauchten Worte für
nöthig erachtet; ich will ja durch meine Excurse erreichen, dass die
Freunde vaterländischer Geschichtsforschung einen tieferen Einblick
in das Getriebe der Parteien und die Gestaltung unserer Verhältnisse
gewinnen 4 ).
Aeneas Sylvius führt eine förmliche Untersuchung über das
Recht der Handelnden und rechtfertigt den Papst, der sich für den
erklärte, der ihm Recht zu haben schien.
Vorher wirft er einen Blick auf die Personen, es sind Rathgeber,
oder Thäter dabei zu berücksichtigen und auch der, um
den es sich handelte. Also zuerst von den Rathgeb ern (Aufhetzern
zur Auflehnung gegen den Kaiser). „Hos ego qui fuerint nescio
„nominare; sed ajunt eos literatos esse ac Doctores appellant
„(Thomas von Haselbach wohl darunter). Mira res, si Doctores dicendi
„sunt qui dedocent. . . . minime quidem Magistri nomen mere-„tur
qui discipulum fallit. Ille doctor, ille magister est nominandus,
„cui sermo convenit evangelicus; „Magister, scimus quia verax es,
i ) Di e Rede steht hei Mansi I, 184 — 246. Mansi benutzte dazu die Ausgabe
von Muratori, verglich aber dabei die Handschrift in Lucca. — Der geistvolle
Aeneas lässt es nicht an Austälien auf die Wiener Universität fehlen, man
kann daraus entnehmen, dass in dieser ganzen Vormundschafts-Angelegenheit
die stets rege religiöse Opposition gegen den mit dem Kaiser enge verbundenen
Papst sich erklärt habe.