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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Habsburgisclie  Excurse.

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lieferung  des  jungen  Königs  zu  unterhandeln.  Die  Herren  hatten
auf  der  Herreise  überall,  wo  sie  durchpassirten,  über  den  Kaiser
geschmäht,  als  halte  er  gegen  Recht  und  Billigkeit  ihren  Herrn
(Ladislaus)  zurück,  die  italienischen  Fürsten  und  Städte  schrieben
dem  Kaiser  aber  diese  Äusserungen,  er  war  mithin  von  ihrer  Gesinnung ­
  unterrichtet.  Da  Er,  obwohl  ohne  Grund,  die  Florentiner  im
Verdacht  hatte,  als  seien  sie  dem  jungen  König  zu  sehr  geneigt,
wollte  er  die  Gesandtschaft  in  Florenz  gar  nicht  anhören,  sondern
bestimmte  ihr  Ferrara,  wohin  Erden  nächsten  Tag  ahreisen  wolle,
zum  Ort  der  Audienz.  Die  Gesandten  wollten  aber  diesen  Umweg,
da  Rom  ihre  Bestimmung  war,  nicht  machen,  sondern  schickten  ihm
ganz  kurzweg  die  Briefe  ihrer  Committenten,  welche  (nach  Aeneas)
kurz  und  derb  genug  waren  *)•  Sie  machten  jedoch  einen  ernsten
Versuch  hier  in  Florenz,  mit  Hilfe  des  Hofmeisters,  Meister  Caspar
Wendel,  den  jungen  Erbherrn  den  Händen  seines  Vormunds  zu  entziehen. ­
  Meister  Caspar  hatte  nämlich  schon  mit  dem  Bischöfe  von
Erlau,  Paulus,  in  Gratz  vor  der  Abreise  nach  Italien  Verbindungen
angeknüpft,  welche  die  Flucht  des  Königs  bezweckten,  deren  Versuch ­
  aber  damals  missglückte  a ).

’)  Darin  soll  gestanden  haben:  „Neque  feremus  amplius  tuam  insolentiam.
„Omnium  nostrum  una  sententia  est,  Dominum  nostrum  tuis  e  manibus  ven-„dicare.
  Si  dederis  eum  bona  voluntate,  gratias  tibi  liabebimus,  curabimus-„que
  inter  tuam  majestatem  nostrumque  Regem  stabilem  amicitiam  aeternum-„que
  foedus  esse’’  —  —  widrigenfalls  Krieg  und  er  die  Schuld.  —  Das
Übrige  mündlich  —  durch  die  Gesandten.  Wahrscheinlich  waren  die  Schreiben
nicht  so  lakonisch  und  grob.  —  Der  Kaiser  hielt  eine  Antwort  nicht  für
nötliig.  —  (Hist.  Friderici  b.  Kollar  II,  323.)
a )  Aeneas  Sylvius  in  Hist.  Friderici  p.  324.  „Apud  Graecium  ergo  Stiriae  cum
„Paulo  Episcopo  Agriensi,  de  quo  supra  meminimus,  immemor  beneficiorum
„quae  de  Caesaris  benignitate  susceperat  (Caspar),  fidemque  suam  fallens,
„et  jusjurandum  effringens,  convenerat:  si  petente  Italiam  Caesare  Rex  in
„Stiria  dimitteretur,  ad  eius  fugain  navare  operas.  Nam  Regis  animum
„haud  alienum  ab  ea  re  norat,  et  se  facile  inventurum  eius  negotii
„comites  sperabat.  Paulus  autem,  postquam  locum  et  tempus  edoctus  esset,
„mittere  equites  aliquot  armatos  promiserat,  qui  latentes  in  silvis  ad  dictam
„diem  horamque  venientes  Regem  susciperent.  At  cum  hoc  non  successisset,
^frequentes  inter  Paulum  et  Casparen!  litterae  missae  sunt,  quihus  de
«m  o  d  i  s  aliis  abducendi  Regis  invicem  agitabant.  Paulus  quo-„que,
  de  voluntate  Casparis,  Jaurinensem  Episcopum  instruxerat  eique  literas
j^dederat,  propter  quas  facilius  Caspar  eius  suasibus  captus  est.”
            
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