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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Habsburgische  Excurse.

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So  überraschte  er  bei  einem  feierlichen  Besuche  des  Kaisers
bei  dem  Papste  nach  der  Krönung  die  sehr  glänzende  und  zahlreiche
Versammlung  mit  einer  Rede,  yon  der  der  Kaiser  keine  Ahnung  hatte,
und  die,  wohl  nicht  ohne  Absicht,  ungemeine  Anhänglichkeit  an  den
römischen  Stuhl  verrieth 1 ).

und  ihm  die  Merkwürdigkeiten  des  Palastes  und  die  Gärten  zeigen.  —  Nach
der  Rückkehr  in  seine  Wohnung  erhielt  er  die  Besuche  mehrerer  Cardinäle.
Nach  einigen  Wochen  (am  1.  April)  führte  er  (Schreiber  des  Briefes)  den
jungen  Herrn  wieder  zum  Papste,  den  er  durch  seinen  Mund  um  mehrere
Gnaden  ersuchen  liess,  zuerst  um  Ablässe  für  sich  und  seine  Schwester
Elisabeth,  dann  für  die  St.  Stephanskirche  (in  Wien?)  und  zwar  am  Sonntage
der  Reliquien-Ausstellung  zu  erwerben  (am  ersten  Sonntage  nach  Ostern),
dann  um  Reliquien  des  heil.  Stephan,  um  besondere  Ablässe  für  die  St.  Georgsund ­
  für  die  Frauen-Capelle  in  der  Burg  zu  Wien  (?).  Er  (Schreiber)  fertigte
über  alle  diese  Bitten  eigene  Briefe  aus,  die  er  dem  Papste  übergab.  Eben  so
bat  der  junge  König  um  Ablässe  für  die  Kathedral-  und  Collegiatkirchen  (?)
seiner  Reiche,  Ungern,  Böhmen,  Mähren  und  Schlesien,  die  ihm  alle  freundlickst ­
  gewährt  wurden.  —  Der  junge  Herr  erfreut  sich  guter  Gesundheit,  er
hat  ihn  in  die  Hauptkirchen  der  Stadt  geführt,  welche  er  aus  Andacht,  und
auch  in  die  alten  Paläste  die  er  aus  Wissbegier  besuchen  wollte.  So  oft  er  von
seiner  Wohnung  in  die  Stadt  hinabgeht,  hat  er  eine  zahlreiche  Begleitung  und
anständiges  Gefolge.”  Aeneas  Sylvius  erzählt  uns,  dass  der  junge  Herr  bei
Gelegenheit  eines  Besuches,  wo  ihn  der  Papst  schneller  abfertigte,  indem
noch  mehrere  Cardinäle  auf  Audienz,  wie  er  sagte,  warteten,  ganz  unumwunden ­
  bemerkt  habe:  „Die  Cardinäle,  heiligster  Vater,  hast  Du
immer  bei  Dir,  mich  aber  wirstDunicht  immer  haben.”  —  Diese
Worte  sollen  dem  Papste  und  den  Römern  sehr  gefallen  haben!  Das  ganze
Benehmen  zeigt,  dass  er  sich  schon  als  selbstständigen  Herrscher  fühlte!
)  Sie  wurde  wohl  von  seinem  Hofmeister,  Meister  Caspar,  mit  kluger  Berechnung
aufgesetzt,  von  dem  talentvollen  Knaben  aber  mit  vielem  Erfolge  vorgetragen.
Bzovius  in  seinen  Annalen  und  aus  ihm  Pray  (III,  S.  100)  theilen  sie  mit.
Wir  heben  ein  paar  Stellen  heraus.  „Tu  inquam  dignissime  militantis  ecclesiae
„es  caput,  quae  non  sine  ratione  ad  triumphantis  exemplar  dtcitur  ordinata.
„Nam  ut  in  illa  unus  Deus  creator  omnium  sceptrum  teilet,  ita  et  in  hac  tibi
„uni  tantum  Dei  vicario  totius  orbis  imperiuin  delegatum  esse  constat.  Ut  enim
„sancta  fatetur  ecclesia,  constituit  dominus  pontificem  super  gentes  et  regna,
„ut  evellat,  dissipet,  et  plantet.  Quamquam  non  ignorem  complures  hoc  in
„dubium  revocare  disserentes,  solam  rer  um  spiritualium  cur  am
„summo  pontifici  datum  esse,  terrestre  autem  imperiuin
„romano  datum  imperatori  affirmantes.  Quid  enim  aliud  credendum
„est,  Christum  significare  voluisse,  dum  ad  se  Petrum  solum  supra  mare
„vocat,  dum  ei  supremam  ligandi,  atque  solvendi  facultatem  concessit,  dum
„sibi  charissimi  gregis  curam  demandavit?  unum  certe  in  terris  prin-Sltzb
 *  d.  phil.-hist.  Ci.  IX.  Bd.  II.  Hft.

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