Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

276

Joseph  Chmel.

nehmern  („complicibus - ’)  ohne  Scheu  und  Rücksicht  auf  ihre  Stellung ­
  und  ihren  Ruf  ihr  Vorhaben  immer  weiter  verfolgt,  und  immer
grösseren  Anhang  geworben,  und  als  jüngst  der  Kaiser,  damals  noch
König,  seinen  Vorsatz  zum  apostolischen  Stuhle  zum  Empfang  der
Salbung  und  kaiserlichen  Krönung  zu  reisen  (zur  Ehre  der  heiligen
römischen  Kirche  und  zur  Zierde  des  heiligen  römischen  Reiches)
ausführend  für  die  treue  Regierung  des  Herzogthums  und  der  Herrschaften ­
  sorgen  wollte,  haben  sie  verschiedene  Zusammenkünfte  mit
ihren  Anhängern  gehalten  und  darin  die  Äbte  von  Melk,  Kremsmünster, ­
  Göttweig,  Zwetl,  Heiligenkreuz,  Seitenstetten, ­
  Lilienfeld  und  zu  den  Schotten  in  Wien,  dann
die  Pröpste  von  Klosterneuburg,  Herzog  enhurg,  St.  Pölten, ­
  St.  Dorothea  zu  Wien  und  von  Ti  er  ns  ta  in,  wie  auch
den  Grafen  Johann  von  Schaunberg,  den  Wolfgang  und
Reinprecht  von  Walsee,  Pankraz  Plankensteiner  und
noch  einige  andere  geistliche  und  weltliche  Personen  nebst  den
Städten  Wien,  Korneu-  und  Klosterneuburg,  Krems,
Stein,  Linz,  Ybbs,  Gmunden,  Wels,  Egenburg,  Laa
und  einigen  andern  an  sich  gezogen  und  zur  Rebellion  gegen  besagte
Majestät  aufgehetzt,  auf  schändliche  Weise  nach  der  Regierung  und
der  Vormundschaft  gestrebt  und  bösliche  Versuche  gemacht,  dieselbe
zu  hemmen;  sie  wollten  den  Vorsatz  des  Königs  vereiteln  und  haben
ihn  mit  schmachvollen  Nachreden  und  falschen  Briefen  heruntergesetzt ­
  und  unter  diesem  Vorwände  sich  des  Regiments  der  Vormundschaft ­
  und  Administration  angemasst,  haben  die  Abgaben  und
Einkünfte  eingenommen,  Verwalter  und  Beamte  ab-  und  eingesetzt
und  sich  in  Handlungen  eingelassen,  welche  nur  den  österreichischen
Herzogen  zustehen  und  mit  immer  grösserer  Frechheit  versucht,  sich
ganz  und  gar  dem  Gehorsam  und  der  Verpflichtung,  die  sie  bindet,
zu  entziehen.  Und  da  diese  frevelhaften  Versuche  sowohl  für  den
apostolischen  Stuhl,  in  Rücksicht  auf  welchen  der  Kaiser  in  seinem
Vorsatze  durchaus  nicht  zu  stören  war,  als  für  die  königliche  Majestät
gleich  beleidigend  waren,  so  fordern  Wir,  deren  Pflicht  es  ist,  dem
Unrecht  zu  wehren  und  das  Recht  zu  schützen,  und  die  Wir  über
den  Thatbestand  hinlänglich  unterrichtet  sind,  durch  gegenwärtiges
öffentliches  Edict,  das  an  öffentlichen  Orten  anzuschlagen  ist,  wo  es
zur  Kenntniss  des  besagten  Ulrich  (Eizinger)  und  seiner  Genossen
kommen  muss,  und  als  persönlich  bekannt  gemacht  zu  betrachten  ist,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.