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Joseph Chmel,
ihrigen zu machen. Insbesondere scheint ein Mitglied des österreichischen
Klerus durch die herrschende Stimmung gegen König
Friedrich zu Schritten verleitet worden zu sein, welche allerdings
eben so pflichtwidrig in seiner Stellung als unklug waren und die ihm
durch längere Zeit seine Freiheit kosteten. Es war dieses der Lehrer
und Erzieher des jungen Königs La dislau s P. Meister (magister)
Caspar Wendel, welcher mit den österreichischen Unzufriedenen
im innigsten Einverständniss war und die Befreiung seines jungen
Zöglings von der lästigen Vormundschaft auf jegliche Weise förderte*),
„emendam tantis excessibus convenientem, Habes quid in re Pataviensi per
»me factum sit, non potui plus, sed per hunc modum existimo negotium ipsum
„bene consummari posse.” . . . S. Epistolae Aeneae Sylvii (ed. Koberg.)
Ni. CXLVIII. Die vollständige Ausgleichung dieser Differenz erfolgte erst
im nächsten Jahre. Am 1. October 1454 bekennt sich Ulrich Nusdorffer,
Erwählter des Bisthums Passau, als Schuldner von 6000 fl. an K. Friedrich,
welche er in drei Terminen bis Weihnachten 1457 (d. i. 25. December
1456) bezahlen will. S. Regesten K. Friedrich’s II. Bd. Nr. 3259. — Die
\ erleihung der Regalien und Lehen und die Bestätigung der Privilegien
seines Hochstiftes erhielt Bischof Ulrich von Passau am 2. August 1455
(s. Regesten II. Bd. Nr. 3399 und 3400). Papst Nicolaus V. bestätigte
nach der Aussöhnung mit dem Kaiser denselben als Bischof von Passau
(am 4. November 1454. s. Monumenta boica Bd. XXXI, 2. S. 436 — 438) und
spiicht ihn und seine Mitbrüder, die Canoniker von Passau, welche den
Gegnern K. Friedrich’s anhingen, von der über sie damals (1452) verhängten
Excommunication los, „consideratis grandium virtutum meritis, quibus
„personam dicti Udalrici apud nos fide digno testimonio multipliciter commen-„dari
percepimus,” sagt der Papst. — Ohne Zweifel hatte der kluge Aeneas
Sylvius zu dieser Aussöhnung das Meiste beigetragen, hätten wir nur eine
vollständige und richtige Ausgabe seiner Briefe; wer diese liefert hat
unendliches Verdienst, denn nicht bald wird eine reichere Quelle fliessen zum
Verständnis der Geschichte dieser Zeit.
*) Leider wissen wir blutwenig von der Persönlichkeit des Erziehers
sowohl als von seiner Wirksamkeit. Wir wollen das Wenige hier zusammenstellen
, was uns über ihn bisher aufzufinden möglich war. Aeneas Sylvius in
seiner Geschichte K. Friedrich’s spricht von diesem Caspar in seiner Weise,
ei sagt. „Hic Caspar, ex plebe natus, tenui domo et obscuris parentibus, cum
„se litteris dedisset crevissetque apud Viennam inter artistas, tandem in
„cancellariam australem receptus in gratiam Caesaris venit eoque profectus
„est, ut imbuendus litteris Ladislaus ei potissimum crederetur. Auctus autem
„et honoribus et opibus, licet ad mensam regiam quotidie sederet et inter
„Pi incipes versaretur, non tarnen contentus maiora quaerit, existimans, si
„Rex Ladislaus ad Regna sua dimitteretur, sine ullo negotio Episcopum se