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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph  Chmel.

Aus  dem  beigefügten  Memoriale  für  die  ungrischen  Abgeordneten ­
  geht  hervor,  dass  Hu  nyad  den  Unterhandlungen  mit  dem
römischen  Könige  durchaus  nicht  abgeneigt  war,  während  in  der
gemeinschaftlichen  Instruction  der  Ungern  und  Österreicher
an  Unterhandlungen  nicht  gedacht  wird,  sondern  nur  an  Klagen  vor
dem  Papste.
Bekanntlich  hetheiligten  sich  die  bedeutendsten  und  einflussreichsten ­
  böhmischen  Grossen,  Podiebrad  an  der  Spitze,  bei
dieser  Unternehmung  gegen  den  Vormund  gar  nicht,  aus  mehreren
Gründen,  worunter  die  Klugheit  wohl  das  Hauptmotiv  sein  mochte.
In  Österreich  war  also  die  Agitation  am  erfolgreichsten.  —
Die  Österreicher  waren  für  ihren  Erbherrn  am  meisten  eingenommen,
man  hatte  gewusst,  ihre  Besorgnisse  zu  erregen  für  sein  Lehen  und
seine  Gesundheit;  in  Österreich  war  gerade  damals  auch  die  Stimmung ­
  gegen  den  Vormund  am  gereiztesten.  Mochten,  wie  wir  später
sehen  werden,  auch  den  meisten  Antheil  an  dem  Unwillen  die  einflussreichsten ­
  Räthe  König  Friedrich’s,  Ungnad  und  Zebinger  haben,
so  war  ohne  Zweifel  auch  die  Person  des  Königs  seihst  ja  auch  der
Papst  gerade  in  dieser  Zeit  den  Österreichern  unliebsam  geworden,
folglich  den  Agitatoren  ihre  Mühe  wesentlich  erleichtert.
Aeneas  Sylvius  lässt  zwar  in  seiner  Geschichte  König  Friedrich’s ­
  bei  Gelegenheit,  wo  er  die  Unterredung  seines  Herrn  mit  dem
Papste  über  die  Lage  der  Dinge  in  Österreich  anführt  (s.  meine
Geschichte  König  Friedrich’s,  II.  Bd.,  S.  719  —  722,  Note)  den
Papst  über  die  Österreicher  bitter  genug  sagen:  „Scimus  insuper
„Australes  illos  seditiosos,  novarum  rerum  cupidos,  maligno  animo,
„rapinis  assuetos,  non  pupilli  causa,  sed  avaritia  motos,  ut
„quam  licenterrapere  possent,  tuum  iugum  exeussisse.  Neque
„nos  fugit,  offensionem  tuam  esse  nostram.  Quis  enim  imperio  est
„iniurius,  et  Ecclesiam  non  offendit?  Digna  petis,  dum  censuras  no-„stras
  comitari  tuos  enses  cupis.  Geremus  tuae  voluntati  morem,
„monebimus  Australes,  intra  dies  quadraginta  Ducatus  administra-„tionem
  ut  tibi  restituant,  in  statumque  pristinum  te  reponant:  nisi
„fecerint,  excommunieationis  eos  gladio  feriemus.  Sed  quid  haec,  si
„tu  silueris,  neque  ferro  perfulam  gentem  compescueris  ?  Nescis
„tuae  gentis  per  fi  di  am.  Quo  pacto  nostras  iussiones  timebunt,
„qui  fidem  iuratam  fallunt?  Nil  timet  coelum  perdere,  qui  coelum
„esse  non  credit.  Baptisati  Australes,  dum  fuerunt.  infan-
            
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