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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Über  die  Belagerung  und  den  Entsatz;  der  Stadt  Bregenz,  etc.
epigraphische  Excurse  (a.  a.  0.  S.  69  —  71),  denen  ein  reichlicher
Nachtrag  derjenigen,  die  man  in  den  Rheinlanden,  Lothringen,  Luxemburg ­
  und  Helvetien  seitdem  gefunden  hat,  in  kurzem  folgen  wird.
Stiftung  der  Seecapelle  zu  Bregenz  und  ihre  Schicksale.
Die  Bürger  gelobten  während  der  Belagerung  falls  sie  befreit  würden, ­
  das  h  est  der  unbefleckten  Empfängniss  Mariäam  S.December  als
den  Tag,  an  dem  die  scharfe  Belagerung  anfing,  in  der  Folge  auch  den
13.  Jänner  (St.  Hilari-lag)  als  jenen,  an  dem  die  Befreiung  erfolgte,
als  gebotene  Feiertage  zu  feiern.  Auch  wurde  einmüthig  beschlossen,
an  dem  Orte,  wo  die  letzten  Schweizer  fielen  und  begraben  wurden,
zum  immerwährenden  Andenken  eine  Capelle  zu  bauen.  Diese
wurde  erst  im  Jahre  1445  hergestellt  und  am  16.  März  1446  von
Franz  Johann,  Bischof  von  ßellino  und  Weihbischof  zu  Konstanz,
eingeweiht.  Als  diese  von  dem  vorbeiströmenden  Wildbache  stark
beschädiget  wurde,  suchte  der  Bürger  Ulrich  Getzner  in  Rom  um
die  Erlaubniss  nach,  eine  neue  aufbauen  zu  dürfen.  Er  erhielt  sie  im
J.  1500,  so  wie  vom  Cardinal-Collegium  einige  Ablässe  für  die  Gutthäter.
  Nur  ungefähr  hundert  Jahre  dauerte  die  Getzner’sche  Seecapelle. ­
  In  den  Jahren  1642  und  1643  baute  der  Stadtmagistrat  mit
Hülfe  der  edlenFamilie  v.  Deuring  die  Seecapelle  mit  einem  Altäre
sammt  dem  Thurme,  die  am  23.  September  1644  von  Franz  Joseph
v.  Prasberg,  Suffragän  zu  Konstanz,  eingeweiht  wurde.  Da  sie  für  den
Ortsbedarf  zu  klein  war,  so  wurde  sie  abgebrochen.  Am  8.  November
1696  benedicirte  der  hiezu  delegirte  Stadtpfarrer  Dr.  Johann  Jakob
Dünig  die  neuen  tundamente  und  den  ersten  Grundstein  mit  den
darin  verschlossenen  h.  Reliquien.  Am  Mariä  Aufopferungstage,  den
21.  November  1698,  benedicirte  derselbe  die  neue  Kirche,  worauf  sie
mit  ihren  drei  Altären  am  11.  October  1699  vom  Weihbischofe  zu
Konstanz,  Konrad  Ferdinand  Geist  von  Wildegg,  consecrirt  wurde.  Sie
dienet  insbesondere  der  Schuljugend  von  Bregenz,  die  den  heil.  Johann
von  Nepomuk  als  Schutzpatron  verehrt,  zum  täglichen  Gottesdienste.
Rechts  in  derselben  befindet  sich  ein  Denkstein  mit  dem  Stadtwappen ­
  von  Bregenz  und  der  Aufschrift:
Statt  Amman  Rath
Ob.  vnd  gemeine  holtz
gewerbsleyth  alliier  alss
sonderbare  gutthäler
disses  gottshauss.
            
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