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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph  Chmel.

grosse  verderbliche  Ungerechtigkeit  gegen  uns  und  unser  Land  sei,
und  uns  nöthige,  diesen  unsern  Erbherrn  mit  der  Krone  und  den
Schlössern  auf  jegliche  Weise  aus  frevelnden  Händen  zu  erledigen; ­
  sollte  dabei  Krieg,  Blutvergiessen  und  Todtschlag  erfolgen,
so  entschuldigt  uns  die  dringende  Nothwendigkeit  vor  Gott
und  Eurer  Heiligkeit,  und  unsere  Schuld  und  Sünde  ist  es  nicht,
uns  treibt  nicht  Rache  (?)  oder  unnützer  frevelicher  Ühermuth,  sondern ­
  in  allem  was  wir  thun  waltet  das  Gefühl  für  Recht  und  Gerechtigkeit. ­
  —  Das  alles  und  noch  mehr  wird  Eurer  Heiligkeit  auseinandersetzen ­
  unsere  ansehnliche  Gesandtschaft,  wir  bitten,  sie  zu
hören  und  zu  erhören.
Besiegelt  mit  dem  gemeinschaftlichen  (?)  Insiegel  des  Reiches
Ungern  und  des  Herzogthums  Österreich.
Gegeben  zu  Wien  in  unserer  Versammlung  am  7.  März  des
Jahres  1452.
Der  Instruction  zu  Folge  sollten  diese  Abgeordneten  dem  Papste
auseinandersetzen,  erstens,  wie  König  Ladislaus  mit  der  ungerischen
  Krone  in  des  römischen  Königs  Hände  gekommen  sei  durch
Königinn  Elisabeth,  ohne  Rath,  Wissen  und  Willen  der
Landschaft.
Dass  des  sh  alb  viel  Zwietracht  und  Krieg  entstanden  sei.
Dass  der  (römische)  König  oft  ermahnt  worden  sei,  durch  die
Edlen  und  angesehensten  Herren  aus  Ungern,  auch  durch  angesehene
Botschaft  aufgefordert  wurde,  König  Ladislaus  und  die  Krone
herauszugeben,  um  so  viel  Übel  ein  Ende  zu  machen.
Der  römische  König  hat  aber  uns  nicht  nur  allein  das  Verlangte
nicht  gegeben,  sondern  unser  Königreich  angegriffen,  und  Schlösser ­
  und  andere  Güter  darin  besetzt;  er  wollte  lieber  das  Königreich
in  Zwietracht  sehen,  als  diesem  traurigen  Zustande  ein  Ende  machen ­
  (?).  Sollte  der  König  des  Hauses  (Habsburg-Österreich)  Gewohnheit ­
  vorschützen  ,  soll  die  Gesandtschaft  auf  seinen  den
Österreichern  gegebenen  Revers  („verpintung”)  hindeuten  (?).
Wäre  es  auch  im  Ilerzogthume  Österreich  Gewohnheit,  so
ist  es  doch  nicht  so  in  Ungern.
Die  Gesandten  sollen  insbesondere  den  Papst  aufmerksam  machen ­
  auf  die  vielen  und  grossen  Ungerechtigkeiten  von  Seite  des
römischen  Königs  während  der  Spaltung  und  des  Kampfes  gegen  die
Türken  (?).  (1440—1445.)
            
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