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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph  Chmel.

Erledigung  ihres  jungen  Erbherrn  verbunden  hatten,  am  7.  März
gemeinschaftlich  ein  Schreiben  an  Papst  Nicolaus  V.  abgefasst,  in
welchem  sie  denselben  für  ihre  Sache  günstig  zu  stimmen  suchen.
Dasselbe  ist  freilich  nur  allgemein  gehalten  ,  da  jedoch  der
Copie  eine  Instruction  beiliegt  und  zwar  eine  doppelte,  indem  dem
vom  11.  März  14S2  datirten  Geleitsbriefe  für  die  ungriscben  Gesandten ­
  ebenfalls  ein  Memoriale  beigegeben  wurde,  (beide  Stücke
in  meinen  Materialien  zur  österreichischen  Geschichte  etc.  Band  I.
S.  376—378.  Nr.  CLXXXIX  und  CXC.)  so  lässt  sich  über  die  zur
Sprache  gekommenen  Puncte  eine  Ansicht  gewinnen,  welche  wir
wenigstens  theilweise  rechtfertigen  können,  sollten  auch  mehrere
derselben  noch  dunkel  bleiben.  —  Bei  der  Lückenhaftigkeit  und
beklagenswerthen  Zerstreutheit  unserer  vaterländischen  Geschichtsquellen ­
  ist  die  grössere  oder  geringere  Klarheit  der  Verhältnisse
und  ihrer  Entwickelung  rein  vom  Zufalle  abhängig,  vielleicht  liegt
im  vaticanischen  Archive  eine  Darstellung,  welche  die  ständischen ­
  Abgeordneten  vorlegten  ,  doch  wer  wird  sie  an’s  Licht
bringen  ?
Im  ersteren  Schreiben  vom  7.  März  klagen  die  unzufriedenen
zu  Wien  versammelten  österreichischen  und  ungrischen  ständischen
Mitglieder,  dass  durch  die  Abwesenheit  ihres  Erbherrn  seine  Lande
„schier  verdorben  seien,”  alle  Bemühungen  (zur  Herstellung  des
Friedens  und  der  öffentlichen  Sicherheit)  seien  bis  auf  diese  Zeit
wenig  nütze  gewesen;  um  nun  dieser  Notli  ein  Ende  zu  machen,  und
die  Bänke  der  Übelgesinnten  zu  beseitigen,  haben  sie  als  das  kräftigste ­
  Mittel  die  persönliche  Gegenwart  ihres  Herrn  und  Königs
erkannt,  der  allein  allem  Hader,  jeder  Zwietracht  ein  Ende  machen
würde  (?).  Sie  hätten  ihn  zwar  vom  römischen  Könige,  der  ihn  inne
habe,  oft  und  dringend  verlangt,  derselbe  habe  ihn  aber  nicht  nur
bisher  immer  versagt,  sondern  er  habe  ihn  ihnen  entführt  auf  weitem
Wege  in  solche  Lande,  die  wegen  Unzuträglichkeit  der  Luft  (?)  und

Wir  werden  sehen,  dass  allerdings  diese  Vormundseliafts  -  Angelegenheit
„einen  sehr  leidigen  Ausgang  nahm  und  dadurch  das  Ansehen  des  deutschen
Reichsoberhauptes  gewaltig  erschüttert  wurde,  am  meisten  hei  den  „principibus
  electoribus.”
Jedenfalls  lernen  wir  aus  dieser  Instruction  die  Ansicht  einer  nur  zu
bedeutenden  Partei  kennen.
            
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