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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Über  eine  Eingabe  des  Vereins  für  Siebenbiirgische  Landeskunde.  253

seinem  lobenswerthen  Streben  nicht  zu  lähmen  vermochten,  hat
sich  mit  der  höchst  erfreulichen  Anzeige  an  die  Classe  gewandt,
dass  das  yon  ihm  im  Jahre  1845  in  Angriff  genommene  Urkundenbuch ­
  Siebenbürgens  durch  die  Wirren  des  Jahres  1848  und  1849
nur  gehemmt,  nicht  zerstört  worden,  ja  dass  der  Verein  seit  dem
vorigen  Jahre  mit  erneuerter  Lust  und  Kraft  an  die  völlige  Zustandebringung
  desselben  gegangen  sei.  Es  umfasse  bereits  2700  theils
aus  Originalien,  theils  aus  verlässlichen  Copien  zusammengetragene
vollständige  Urkunden  und  450Urkunden-Auszüge.  Die  letzte  Ausarbeitung ­
  sei  nunmehr  dem  Rector  des  Gymnasiums  zu  Schässburg,
Daniel  Teutsch,  übertragen,  und  durch  diesen  bereits  bis  zum
Jahre  1275  vollendet.
Der  Verein  wendet  sich  nun  mit  der  Bitte  an  die  Akademie,  beziehungsweise ­
  an  unsere  Classe,  den  eingeschlagenen  Weg  der
Bearbeitung  von  der  historischen  Commission  prüfen  zu  lassen,  zu
welchem  Behufe  eine  Probe  überreicht  wurde,  und  darnach  „gerade
für  die  beschlossene  Herausgabe  eines  siebenbürgischen  Urkundenhuches” ­
  ihn,  wie  im  Jahre  1850  durch  Geldaushilfen  unterstützen
zu  wollen.
Die  historische  Commission  hat  nun  die  eingesandten  Proben
geprüft,  und  glaubt  darnach  der  Classe  so  viel  mit  aller  Beruhigung ­
  versichern  zu  können,  dass  das  ganze  Unternehmen  sowohl
durch  die  Wahl  des  Herrn  Rectors  D.  Teutsch  als  Bearbeiters
wie  durch  den  eingeschlagenen  Weg  der  Bearbeitung  den  besten
Erfolg  verspreche,  und  jedenfalls  der  kräftigsten  Unterstützung
von  unserer  Seite  würdig  sei.
Sie  ist  ferner  in  der  angenehmen  Lage  ,  der  Classe  ein  Mittel
vorschlagen  zu  können,  welches  sowohl  den  Wünschen  des  Vereines ­
  vollkommen  entsprechen  muss,  als  auch  unseren  Geldkräften
kein  ungebürliches  Opfer  auferlegt.
Sie  beantragt  nämlich  das  siebenbiirgische  Urkundenbuch  seiner
Zeit  in  die  von  der  historischen  Commission  herausgegebenen  „Fontes ­
  rerum  Austriacarum  aufzunehmen.  Dadurch  entfallen  für  die
Classe  die  nicht  unbedeutenden  Druckkosten,  während  sich  unter
Einem  die  Reihe  der  „Fontes”  durch  Inangriffnahme  einer  neuen
Gruppe  der  „Fontes  rerum  Vngaricarum,  Croaticarum,  Slavonicarum
  et  Transylvanicarum'’  auf  erwünschte  Weise  auch  auf
bisher  in  ihnen  nicht  vertretene  Kronländer  der  Gesammt-Monarchie
            
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