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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Über  die  Belagerung  und  den  Entsatz  der  Stadt  Bregenz  etc.

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der  vermeintlichen  Guta  oder  Ehreguta,  der  Retterinn  von
Bregenz  eingemauert.  (Taf.  I.)
Beschreibung  des  Denkmals.
In  einfacher  und  schöner  Gruppirung  erblickt  man  in  der  so
eben  genannten  Höhe  von  25  Fuss  und  3  Zoll  eine  jugendliche
Fr  au  enge  st  alt,  die  auf  einem  langsam  schreitenden,  sattellosen
und  ungezäumten  Pferde  sitzt  und  mit  den  ausgestreckten  Händen
nahenden  Pferden  in  einem  schalenförmigen  Gefässe  Futter  zu
reichen  scheint.  Von  ihrem  Haupte  wallt  reichliches  Haar,  das  auf
der  Stirne  durch  einen  Knoten  getheilt  ist,  über  die  Schultern  herab.
Ihren  Hals  ziert  kein  Kleinod,  kein  Schmuck.  Den  vollen  Leib  deckt
ein  kurzärmeliges,  faltiges,  fussabreichendes  (TrodvjvExvjj)  Gewand,
über  das  sich  von  der  rechten  Hüfte  her  ein  leichter  Umwurf  zieht,
der  über  dem  linken  Arme  niederfällt.  Das  Pferd  zur  Rechten,  dem
sich  ein  anderes  vom  Rücken  der  Frau  her  nähert,  scheint  aus  dem
Gefässe  begierig  zu  fressen.  Ein  kleineres  Pferd,  ein  Füllen  (?),
zur  Linken  nahet  mit  vorgestrecktem  Kopfe  lüstern  nach  einem,
dem  vorigen  ähnlichen  Gefässe.  Neben  und  über  demselben  steht  ein
anderes  Pferd.
Bemerkenswerth  ist,  dass  sämmtliche  fünf  Pferde  unbezäumt,
voll  muthigen  Lebens,  mit  emporstrebenden  reichen  Mähnen  versehen
sind,  dass  das  Hauptpferd  in  der  Mitte,  auf  dem  die  Schutzfrau  sitzt,
schreitend  und  mit  ganzem  Leibe  dargestellt  ist,  die  übrigen  aber  in
entgegengesetzter  Richtung  ganz  ruhig  stehen  und  nur  den  Vorderleib ­
  oder  gar  nur  Kopf  und  Hals  zeigen.
Grösse  des  Denkmals:  2'  3"  (in  Wiener  Mass)  hoch,  und
3  3  breit;  die  Einfassung,  die  aber  fast  gänzlich  vermauert  ist,
beträgt  2  Zoll,  aus  Sandstein.  S.  die  Abbildung  A.
Geschichtliches  über  die  Erklärung  des  Denkmals.
Als  ich  im  September  1849  in  Bregenz  war,  betrachtete  ich  von  der
Gasse  mit  einem  Fernglase  dieses  sogenannte  Ehrguta-Denkm
  a  I.  Beim  ersten  Anblicke  durchfuhr  mich  der  Gedanke,  dass  d  i  e  s  e  s
Denkmal  gar  keinen  Bezug  auf  unsere  Stadtretterinn  haben  könne  und
es  einem  höheren  Alterthume  angehöre.
Ich  schrieb  im  vorigen  Herbste  dem  aus  Brixen  nach  Bregenz
übersetzten  Oberlehrer,  Herrn  Sebastian  Kögl,  einem  auf  derlei
Monumente  sehr  aufmerksamen  Mann,  und  ersuchte  ihn  um  eine
            
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