216
Georg Zapp er t.
»ln solu camisia caedxmtur vel a Priove, vel a pvaefato eovum
Magistro, virgis vimineis lenibus, et teretibus ad hoc provisis”
93 ). Es war in St. Gallen Herkommen, dass die Klosterknaben
die Gäste beim Eintritt haschten, und sie so lange umringten, bis sie
sich mit irgend etwas gelöst hatten. Gleiches wiederfuhr dem Bischöfe
Salamo vonConstanz, den die Knaben ergriffen und ihn auf den Sitz
des Magisters nöthigten. Worauf Salam o ihnen zurief: „wenn ich
den Sitz des Magisters einnehme, so will ich auch dessen Gerechtsamen
theilhaft werden, zieht euch alle aus!” 93 ).
Als aber mit dem eilften Jahrhundert die Selbstgeisselung Aufnahme
und weitere Verbreitung fand, scheint man auch in Klöstern
auf blossen Rücken die Hiebe verabfolgt zu haben, (cnf. Du Gange
gloss. v. disciplina 94 ). Bildliche Darstellungen des XIV. und
XV. Jahrhunderts stellen sogar die Knaben ganz nackt vor den
strafenden Magister hin (s. Anmk. 66). In der häuslichen Zucht
war diese Weise wahrscheinlich nie ganz ausser Übung gekommen
(s. Anmk. 102).
Als die Altersgrenze, an der die Machtvollkommenheit des
Besens u. s. f. über den Zögling zu erlöschen habe, bezeichnet man
das fünfzehnte oder als äusserstes Ende das sechszehnte Lebensjahr.
Ja biefem Capitel foltu latffeu boj bür Ijeilig »ater pci beit djlain ober
pei ben hi «bereit mährt biy alter ba3 ba mert pis 3« XV jarn, ,2Uier pei beit
iititgen bie nad) pa3 gewadjfen (tut matttt er ba3 alter ba3 ba wert pis 31t ad)t
»itb 3maiuc3tjjh jartt. mann btt fall ittdjt gebeulten ba3 er ittain bie gar
djtatn kittb fall »a|t keffigeit mit graften »n|iett »itb er Ijat and; pilletdj gefaxt
bie 3ttm petitht aber bie fdjteg mann an etlidjen hilft ba3 »a|len pa3, an etlidjen
bie fdjleg pa3. (fölidjer i|i als gar pös ba3 et (td) mit »a(ten »nb mit [djlegen
djamttt peftert 95 ).
) Udaltic. (c. S. XI m.) Consuetud. Cluniac. ap. IPAcher. spicil. 4, 176. s. Anmerk.
66.
93 ) Et ille „sic in niagistri" inquid „soiis sedeo, iure eius uti habeo, omnes
exuimini’’ Ekkehard. IV. cas. S. Gail. ap. P. M. Germ. 2, 91, 1. 13.
j4 ) IPH aitber i|t, mer ein Ijerte3 mart gebnlbiclid) »ertreit bttrd) bie liebe unteres
Ijerren, ba3 i|i gute toblidjer bau ba3 er 3erflitege uf (tneitt rücken
als »il beferne als tif eint gan3en adter gemäßen ntac. Bischof Albert
Spr. u. Pred. edt. Pfeiffer Zeitsch. f. d. Altert. 8, 217.
■* 5 ) Glossa zum 30. Capitel der Regel des h. Benedicts. Cod. palat. Vindob.
(S. XV) Nr. 2968, p. 83, b.