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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Georg  Zapp  er  t.

»ln  solu  camisia  caedxmtur  vel  a  Priove,  vel  a  pvaefato  eovum
Magistro,  virgis  vimineis  lenibus,  et  teretibus  ad  hoc  provisis”
  93 ).  Es  war  in  St.  Gallen  Herkommen,  dass  die  Klosterknaben
die  Gäste  beim  Eintritt  haschten,  und  sie  so  lange  umringten,  bis  sie
sich  mit  irgend  etwas  gelöst  hatten.  Gleiches  wiederfuhr  dem  Bischöfe
Salamo  vonConstanz,  den  die  Knaben  ergriffen  und  ihn  auf  den  Sitz
des  Magisters  nöthigten.  Worauf  Salam  o  ihnen  zurief:  „wenn  ich
den  Sitz  des  Magisters  einnehme,  so  will  ich  auch  dessen  Gerechtsamen ­
  theilhaft  werden,  zieht  euch  alle  aus!”  93 ).
Als  aber  mit  dem  eilften  Jahrhundert  die  Selbstgeisselung  Aufnahme ­
  und  weitere  Verbreitung  fand,  scheint  man  auch  in  Klöstern
auf  blossen  Rücken  die  Hiebe  verabfolgt  zu  haben,  (cnf.  Du  Gange
gloss.  v.  disciplina  94 ).  Bildliche  Darstellungen  des  XIV.  und
XV.  Jahrhunderts  stellen  sogar  die  Knaben  ganz  nackt  vor  den
strafenden  Magister  hin  (s.  Anmk.  66).  In  der  häuslichen  Zucht
war  diese  Weise  wahrscheinlich  nie  ganz  ausser  Übung  gekommen
(s.  Anmk.  102).
Als  die  Altersgrenze,  an  der  die  Machtvollkommenheit  des
Besens  u.  s.  f.  über  den  Zögling  zu  erlöschen  habe,  bezeichnet  man
das  fünfzehnte  oder  als  äusserstes  Ende  das  sechszehnte  Lebensjahr.
Ja  biefem  Capitel  foltu  latffeu  boj  bür  Ijeilig  »ater  pci  beit  djlain  ober
pei  ben  hi  «bereit  mährt  biy  alter  ba3  ba  mert  pis  3«  XV  jarn,  ,2Uier  pei  beit
iititgen  bie  nad)  pa3  gewadjfen  (tut  matttt  er  ba3  alter  ba3  ba  wert  pis  31t  ad)t
»itb  3maiuc3tjjh  jartt.  mann  btt  fall  ittdjt  gebeulten  ba3  er  ittain  bie  gar
djtatn  kittb  fall  »a|t  keffigeit  mit  graften  »n|iett  »itb  er  Ijat  and;  pilletdj  gefaxt
bie  3ttm  petitht  aber  bie  fdjteg  mann  an  etlidjen  hilft  ba3  »a|len  pa3,  an  etlidjen
bie  fdjleg  pa3.  (fölidjer  i|i  als  gar  pös  ba3  et  (td)  mit  »a(ten  »nb  mit  [djlegen
djamttt  peftert  95 ).

)  Udaltic.  (c.  S.  XI  m.)  Consuetud.  Cluniac.  ap.  IPAcher.  spicil.  4,  176.  s.  Anmerk. ­
  66.
93 )  Et  ille  „sic  in  niagistri"  inquid  „soiis  sedeo,  iure  eius  uti  habeo,  omnes
exuimini’’  Ekkehard.  IV.  cas.  S.  Gail.  ap.  P.  M.  Germ.  2,  91,  1.  13.
j4 )  IPH  aitber  i|t,  mer  ein  Ijerte3  mart  gebnlbiclid)  »ertreit  bttrd)  bie  liebe  unteres ­
  Ijerren,  ba3  i|i  gute  toblidjer  bau  ba3  er  3erflitege  uf  (tneitt  rücken
als  »il  beferne  als  tif  eint  gan3en  adter  gemäßen  ntac.  Bischof  Albert
Spr.  u.  Pred.  edt.  Pfeiffer  Zeitsch.  f.  d.  Altert.  8,  217.
■* 5 )  Glossa  zum  30.  Capitel  der  Regel  des  h.  Benedicts.  Cod.  palat.  Vindob.
(S.  XV)  Nr.  2968,  p.  83,  b.
            
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