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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Stab  und  Ruthe  im  Mittelalter.  201
g£frl)c|Hgt  raertrsn,  mit  großem  roßen  oier  imungen  roerben  mit  Ij  arten  fd)  legen
im3  |te  gcßetll  merben.
(Auslegung  d.  Regel  d.  h.  Bened.  Cod.  palat.  Vindob.  (S.  XY.)
nr.  2968.  p.  83.  a  seq,)
Das  in  Achen  i.  J.  816  abgehaltene  Concil  schärft  den  Bischöfen
ein  die  geistlicher  Erziehung  anvertrauten  Knaben  sorgfältig  zu
überwachen,  und  ihr  Augenmerk  darauf  zu  richten,  dass  zu  Aufsehern ­
  dieser  Knaben  nur  Männer  von  erprobtem  Lebenswandel
bestellet  werden,  die  jedes  Vergehen  auf  das  Strengste  ahnden  65 ).
Der  grösste  Tlieil  dieser  Strafen  wurde  minder  mit  der  blossen
Hand  als  mittelst  der  Ruthe  vollzogen.  Die  Verhaltungsregeln  der
Cluniacenser  verbieten  dem  Sanglehrer  wie  jedem  andern  die  dissonirenden
  Knaben  mit  der  Hand  zu  züchtigen,  untersagen  Maulschellen
und  jede  directe  Berührung  des  blossen  Leibes  der  straffälligen
Knaben.  Nur  dem  Magister  war  es  gestattet  brevi  manu  die  Fehlenden ­
  bei  den  Haaren  zu  zausen  6C ).  Man  musste  daher,  wollte  man

65 )  Solerter  Rectores  Ecclesiarum  vigilare  oportet,  ut  pueri  et  adolescentes,
qui  in  congregatione  sibi  commissa  nutriuntur  vel  erudiuntur,  ita  iugibus
Ecclesiasticis  disciplinis  constringantur,  ut  eorum  lasciva  aetas  —  nullum
possit  reperire  locum,  quo  in  peccati  facinus  proruat.  Quapropter  in  huiuscemodi
  —  erudiendis  talis  —  constituendus  est  vitae  probabilis  frater,
qui  —  eosque  ita  arctissime  constringat  etc.  Concil.  Aquisgran.  an.  816.
can,  135.  ap.  Hartzh.  concl.  Germ.  1,510,  cl.  1.  cnf.  Mabil.  Analect.  p.  321,
cl.  2.  edt.  2 da -
6G )  Summopere  tarnen  observat  tarn  ipse  quam  alii  quando  eos  verberat,  non
solum  ne  tangant  carnem  eorum  cum  manu,  sed  etiam  ne  vestis  eius
eorum  adhaereat  vestibus:  nunquam  cum  palma  eorum  percutiuntur  maxillae:
  sed,  si  opus  fuerit,  Magister  solus,  qui  eos  ducit,  potest  eorum
capillos  excutere,  alius  nunquam.  (Jdalric.  consuet.  Cluniac  (c.  S.  XI  m.)
ap.  D’Aclier.  Spicileg.  4,  186.  edt.  l ma -
Bildliche  Darstellung  an  den  Glasfenstern  der  Kirche  von  Great  Malvern
(S.  XV).  The  Archeological  Journal  Vol.  2,  p.  59.
Darstellung  einer  Kinderschule,  Schüler  und  Magister  als  Affen  carikirt,
  aus  dem  Mnscr.  der  Pariser  National-Bibliothek  Nr.  6769,  bei  Vaublanc
  La  France  au  temps  d.  croisad.  3,  4l.
Bildliche  Darstellung  des  vor  dem  Schüler  mit  Ruthe  bewaffnet  sitzenden
Magister  aus  dem  Sachsenspiegel  (S.  XIV)  bei  Batt  und  Babo  Denkmale.
Taf.  1,  nr.  1,  und  Salomo  auf  den  Thron  statt  des  Sceptcrs  mit  der  Ruthe
in  den  Händen,  vor  ihm  ein  nackter  Knabe  (zu  Parab.  1,  v.  1)  im  Cod.
palt.  Vindob.  Nr.  1172  (S.  XIV).
            
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