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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Stab  und  Ruthe  im  Mittelalter.

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Nächst  der  Ruthe  kam  auch  die  Geissei  zur  Anwendung  59 ),  auch
verschmähete  man  nicht  für  correctionelle  Zwecke  von  der  Gerte
Gebrauch  zu  machen  °°).
Mit  derselben  Strenge  mit  der  man  gegen  die  eigenen  Kinder
verfuhr,  mit  der  gleichen  ging  man  gegen  das  gesammte  Hausgesinde
vor"');  Knechte  wurden  mit  Gerte  oder  Ruthenbesen  zurechtgewiesen ­
  63 )  und  selbst  Mägden  liess  man  seine  Streiche  empfinden  63 ).

öjirft’t,  mcldjess  Cie  5twti  Hiutter  semafjr  tunrC  «nC  gal’  mir  einen
^titelt  JS»  d)  i  11  i  1t  $  •  Hans  v.  Schweinichen  1,  p.  26.  edt.  Büsching.  cnf.
Anmerk.  62.
59 )  Si  unam  cuppam,  aut  unam  cellam  tuam  —  cogitas  dimittere  filio  tuo,  et
ne  perdat  illud,  erudis  eum,  et  flagellis  eum  ad  disciplinam  corrigis.
S.  Augustin,  (i  430)  Enarat.  in  psalm.  op.  4,  612,  b.  cnf.  ibd.  946,  b.
60)  Ulnfttnger  im  |ub  »erte
ba3  benne  ein  fmankel  gerte
tritt  argen  kinben  bridjet  »el.
Wolfr.  v.  Eschenb.  Parziv.  str.  174,  7,  p.  90.  cnf.  Anmerk.  62.
Mientan  kan  mit  garten
kinbeb  dul)t  bewerten:
trcn  man  deren  bringen  mac,
bem  i|i  eilt  a  a  r  t  alb  eilt  flac.
Walt.  v.  d.  Vogelweid.  p.  87,  v.  1.  cnf.  Anmerk.  100.
61)  cnf.  Du  Cange  gloss.  v.  flagellatio  u.  Wilda  Strafrecht  d.  German.  1,  654.
63)  Cumque  servum,  ut  exerceret  operam  commoneret,  elevataque  virga
ictibus  verberaret,  ille  extracto  balthei  gladio  dominum  sauciare  non  metuit.
  Gregor  Tur.  (f  594)  Histr.  cl.  371,  c.  edt.  Ruinart.
gia3  tmergelin  mit  einem  [läge
er  sa|le  uber3  Raubet  flitot.
Ulrich  V.  Türheim  (c.  1236)  Tristan,  p.  535,  1.  5.  edt.  Massm.
Jio  wart  im  er|t  ein  bc  fern  flac.
Seifr.  Helbling.  edt.  v.  Karajan,  Zeitschrft.  f.  deut.  Altert.  4.  p.  87,  v.  118.
cnf.  ebd.  v.  130,  v.  142,  v.  176.
fn  l)ie3  Cer  ljerre  |tn  anber  ge(inbe
mit  3r»ein  (leben  fie  nil  fminbe
flaljen  bid  in  ben  grimmen  tat.
Hug.  v.  Trimb.  (c.  1300)  Renner.  V.  8136,  p.  97.
gäbe  3itl)t  an  bttne  gefinbe,
an  albe  unt  an  kinbe,
mit  flad)  bin  kint  mit  einte  rife.
Spiegel  d.  Tugend,  in  Haupt  Altd.  Blatt.  1,  94,  v.  145.
63 )  Eine  Frau  will  ihre  Mägde  die  des  Samstag  Morgens  vom  Hause  gingen  um
ihr  Gebet  am  Grabe  der  heil.  Opportuna  zu  verrichten  mit  der  Geissei  schlagen.
            
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