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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Stab  und  Ruthe  im  Mittelalter.

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Antipendium  in  der  Darstellung  der  Flucht  Moses  zeigt.  Es  ist  dies
der  primitive  Prügel,  ein  seiner  Seitenäste  entledigter  Baum-  oder
Strauchzweig.
Mit  solchen  Knotenstöcken  wie  mit  dem  kolbenförmigen
Knüttel  5a )  wurde  wahrscheinlich  der  grösste  Theil  der  Missverständnisse ­
  und  Differenzen,  die  sich  im  Privatleben  der  untern  Stände,  in
Schenken,  bei  Gelagen  oder  bei  öffentlichen  Parteiungen  ergaben,
blutigen  Kopfes  zur  Ausgleichung  gebracht.  5S ).  Indem  man  den

Smtr  aber  midi  n>tl  rrfdjc  ntad)£it
|ier  per«  mir  beit  ntrhe  mit  (Ifbnt.
Hug.  V.  Trimb.  Renner  v.  6018,  s.  72.
cnf.  Renecke  Mitlellul.  Wörter!),  v.  gart.  p.  482,  cl.  2  I.  33,  ff.  Bildliche
Darstellung  eines  solchen  Eselsprügel  in  dem  von  A.  E.  Camcsina  veröffentlichten ­
  Prachtwerke:  „Das  Antipendium  zu  Klosterneuburg”  Thl.  19.
Erläutert  v.  J.  Ar  n  et  h.
Do  Stab  mit  dem  der  h.  Fortunatus  ackernd  die  Ochsen  anzutreiben
pflegte,  wuchs,  als  er  nach  dessen  Tode  angepflanzt  wurde,  zu  einem  mächtigen ­
  Baume  heran,  der,  in  Reminiscenz  des  heidnischen  Baumcultus,  in  der
ganzen  Umgegend  eine  derartige  Verehrung  genoss,  dass  man  seine  Holzabfälle
als  Schutzmittel  gegen  zauberische  Künste  in  den  Häusern  aufbewahrte.
Ouius  et  virga  —  plantata  fuit  —  quae  in  tanta  magnitudine  subito  radicata
exerevit,  ut  pro  amore  eiusdem  sanctissimi  Patris  ab  Omnibus  eius  magnitudo
pulchritudinis  devotissime  veneretur.  Quare  usque  liodie  locus  ipse  ad  Arborem
  —  Sanctam  ab  incolis  nuncupatur;  cuius  et  particulas  arboris,  produclas ­
  ad  munitionem  et  defensionem  artis  daemoniacae,  Christianus
populus  certatim  in  domibus,  devotissime  conservare  non  negligunt.  Audelai
5a  ^  70 °)  Vit -  s -  Fortunat.  A.  S.  S.  Jun.  1,  p.  76,  a.  cnf.  Anmerk.  8,  16.
-1  !?te  bcftitc  td)  ltdjter  »ertruoge,
betute  ber  mid)  mit  cl)  nute  ln  fluoffe.
Pfaffenleben.  Haupt  Altd.  Blatt,  t,  221,  v.  179.
)  Si  quis  hominem  librum  subito  surgente  rixa  percusserit,  et  livorem
aut  vulnus  fecerit,  pro  una  ferita  componat  ei  solidosIII;  pro  duas  sol.  VI;
si  Ues  fecerit  IX,  si  quatuor  XII,  si  vero  amplius  duraverint  feritae,
non  numerantur,  sed  sit  contentus.  Edict.  Itolharis  T.  1,  c.  43  sequ.
Cnf .  c-  78 ‘  a P-  Walter  Corp.  Jur.  Germ.  1,  691,  p.  694.  cnf.  Lex  Ripuar.
T.  I.  ibd.  p.  166.
facta  seditione,  fustibus  tarn  Pontifices  quam  minislros  adfecerunt,  et
intra  basilicam  fuderunt  sanguinem  levitarum.  Gregor.  Tur.  (f  594)  Histr.
ol-  507,  e.  edt.  Ruinart.
Ileimich  IV.  wurde,  als  er,  wie  er  wähnte,  unerkannt  sich  in  die  Kammer
seiner  Gemahlinn  eindrängen  wollte,  von  ihr  und  ihren  Zofen  mit  Schämeln
und  Stücken  wacker  durchgeprügelt.
s 'tzb.  d.  phil.-hist.  Cl.  IX.  Bd.  I.  Hft.

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