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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Stal)  und  Rutlie  im  Mittelalter.

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Waltliarius  Hess  sich  einen  an  der  obern  Spitze  mit  Ringen
versehenen  Stock  fertigen.  An  jeden  Ring  Hess  er  Glöckchen  hängen,
zog  Pilgergewand  an  und  wanderte  in  diesem  Aufzug,  um  die
Zucht  der  Klöster  zu  prüfen,  durch  die  Welt.  Sobald  er  in  eine
Klosterkirche  trat,  stiess  er  seinen  Schellenstab  zu  Roden,  kehrte
sich  dann  keiner  der  im  Chor  versammelten  Mönche  neugierig  um,
so  hielt  er  sie  für  wohldisciplinirt 8S ).  Der  Pilgerstab  Peters  von
Amiens  wird  von  einem  Dichter  des  XIII.  Jahrhunderts  als  „tors  et
quarre”  bezeichnet 34 ).  Der  Pilgerstab  erscheint  gleich  dem  Botenstab
  mit  kugelförmigem  Ende,  bald  als  blos  bis  zur  Hand,  bald  als  ein
bis  zu  Manneshöhe  sich  erhebender  Stock 85 ).  Letzterer  scheint  vorzugsweise ­
  den  nach  Jerusalem  Pilgernden  zugekommen  zu  sein,
die  sich  auch  noch  durch  andere  Abzeichen  von  den  nach  Rom,  Compostella
  u.  s.  f.  Fahrenden  zu  unterscheiden  suchten.  Von  Frankreich,
das  sich  am  lebhaftesten  an  der  bewaffneten  Pilgerfahrt  der  Kreuzzüge
betheiligte,  von  französischen  Bussfahrern  zum  heil.  Grabe  dürfte
die  Ausbildung  der  Pilgergewandung  wie  des  Stabes  am  thätigsten
gefördert  worden  sein.  Ihre  Sprache  räumt  dem  Pilgerstab  zu  seiner
Bezeichnung  das  Wort  bourdon  ein  30 );  in  unserer  wird  (litb  nur

baculos  benedicere,  quatenus  portantes  eos  in  peregr  inationis  signum
et  suorum  corporum  sustentatione  etc.  Marten,  d.  ant.  eccles.  ritib.
2,  841,  e.  cnf.  Anmerk.  37.
33 )  Continuo  baculum  queritans  per  pul  er  um  in  cuius  summitate  plurimis
configi  precepit  anulis,  qui  per  singulis  ipsorum  anorum  (1.  anulorum)
singulis  tintinnabulis  appendi  fecit;  sumensque  habitum  peregrinis  etc.
Chron.  Novalicens.  (c.  1048)  ap.  P.  M.  Germ.  9,  p.  86,  1.  7.
34 )  II  monta  sur  un  asne,  prist  escherpe  et  bordon.
La  Chans.  D’Antiocbe.  1,  p.  14,  v.  3.
Et  Pieres  li  Hermites,  li  pelerins  senes,
Son  bordon  en  sa  main,  qui  fu  fors  et  quarr6s
ibd.  2,  221,  v.  15.
35 )  Abbildung  bei  Strutt  The  regal  and  eccles.  antiq.  p.  89,  Tbl.  XLIV,  und  im
Cod.  pal.  Vindobon.  AN.  38.  A.  7.  p.  100  b.  p.  80».  (S.  XV.)  Auch  bei
Simon  Memmi  Miracol.  d.  S.  Raniere  in  Campo  Sant.  d.  Pisa.  edt.  Lasinio.
3Ö )  Et  as  burduns  esbuele,
Rob.  YVace  1.  rom.  d.  Rou.  1,  p.  405,  v.  8176.  Le  Duc  tout  nu  piez  ä  tout
son  bourdon  aloit  apres.  Chron.  d.  1.  Normand.  ap.  Bouquet.  Recueil  11,
327,  a.  cnf.  Du  Cang.  gloss.  v.  burdo.  1,  810,  cl.  1.  nr.  5.  ibd.  v.  bourdon.
  7,  p.  70,  cl.  2.
            
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