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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

Stab  und  Ruthe  im  Mittelalter.

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I  have  be’  maydon  evyr,  and  evyr  mor’  vele  ben;
I  cliaungyd  not  yet,  of  all  my  -—1  o  n  g  lyff
Et  now  to  be  maryed,  s’n  man  wold  wene
It  is  a  straunge  thynge  an  —  old  man  to  take  a  yonge  wylf 28 ).
Und  noch  zur  Zeit  Heinrich  VII.  von  England  (1485—1509)
wurde  St.  Joseph  in  geistlichen  Schauspielen  als  ein  hochbetagter
gebrechlicher  Greis,  der  kaum  gehen  noch  stehen  könne,  den  Zuschauern ­
  vorgeführt.
Age  and  febylnesse  doth  me  enbrace
That  I  may  nother  well  goo  ne  stond.
(J.  Payne  Collier  live  myst.  The  mariäge  of  the  virgine,  p.  8.)
Je  nach  dem  Zwecke  modifieirt  sich  auch  die  Form  des  Stabes.
Am  obern  Ende  mit  einem  Querholz  versehen,  erscheint  er,  wie  oben
besprochen,  als  Stütze  des  gebrechlichen  Leibes,  als  Krückenstock. ­
  Verlängert  bis  zu  einer  unter  die  Arme  reichenden  Höhe
dient  er  Lastträgern  als  Geh  st  ab,  wie  ihn  im  Niello  Antipendium
zu  Klosterneuburg  die  Träger  der  canaanitischen  Weintraube  führen.
Boten  als  Fussreisende  tragen  Stäbe.  Um  diese  unter  dem  besondern
  Schutz  des  Völkerrechts  stehenden  Abgesandten  schon  duich
ihre  äussere  Erscheinung  kenntlich  zu  machen,  sind  zuweilen  ihre
Stäbe  am  obern  Ende  mit  einem  kugelförmigen  Rund  versehen  28 >

a8 )  Hone  Anc.  myster.  (S.  XIV)  p.  31.  s.  mein  Vita  B.  Petri  Acotanti  p.  37.  An
Ghiberti’s  (f  1455)  bronzenen  Pforten  des  Baptisteriums  San-Giovanni  m
Florenz  erscheint  gleichfalls  noch  St.  Joseph  als  Mann  in  hohen  Jahren.
29)  Respunt  dux  Neimes:  „Jo  irai  par  vostre  dun;
Liverez-m’en  ore  le  guant  e  le  bas  tun.”
Chans,  d.  Roland,  p.  10,  str.  17,  v.  3.  cnf.  p.  11,  str.  19,  y.  5.
De  sa  main  destre  l'ad  asols  e  seignet,
Puis  li  liverat  lebastunele  bref.
ibd.  p.  14,  str.  25,  v.  10;  p.  104,  str.  190,  v.  2;  p.  105,  str.  192,  v.  4.
ljantfd)uol)  e  »ye
Ijet  er  an  heit  Ijenhen
ben  fl  a  p  begttnbe  er  aenben
näd)  her  g«3Üne  ftte.
Wrint  v.  Gravenb.  Wigalois  s.  4t,  v.  4.  edt.  Pfeiffer.
            
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