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Joseph Bergmann.
Nach den Aufzeichnungen des Mehrerauer Priors Franz Ramsperg
(f 1670) hiess sie Gutha oder Guthe, d. i. Juditha. Sie
verlangte als Belohnung gute Nahrung und Obdach, was ihre Armuth
bezeugt, jedoch soll die Nachtwache der Stadt von Martini bis Lichtmess
die neunte Abendstunde mit dem Rufe anzeigen: „Ehret die
Guta’\ das im Volksmunde in Ehreguota oder Ehrguta zusammenschmolz
und einigen Schriftstellern Veranlassung zu dem Namen
Hergotha gab. Diese Anordnung des armen Weibes wurde durch
404 Jahre getreu befolgt, bis 1812 der damalige k. baierische Landrichter
Weber diese geschichtliche Erinnerung abschaffte; im Jahre
1814 aber fand dieser Wächterruf beimMankbaren Volke wieder allsogleiche
Aufnahme t).
Johann von Müller sagt in seinen Geschichten der Schweizerischen
Eidgenossenschaft 2 ): „Den St. Gallern und Appenzellern
blieb der Zug unverborgen, sobald er in Gegenden gekommen, deren
Einwohner sie kannten; sogleich begehrten sie Verstärkung. Die
Stunde ihres Angriffes wussten sie nicht; ihre Lagerung, vom Nebel
unsichtbar, verrieth ein Weib.” Die Anmerkung hiezu Bändchen XIX,
S. 138, Nr. 955 b lautet: „Das ist Hergothe, deren Bild oben
in der alten Stadt Bregenz noch geehrt wird. Sie soll in der
Zechstube zu Rankwyl gehört haben, wo und wie die Appenzeller
Bregenz vor Erscheinung des Entsatzes zu erstürmen gedenken, worauf
sie, es zu melden, in Schnee und Regen heimgeeilt; hierauf seien die
Heranziehenden von der Bürgerschaft und Besatzung aus einem
doppelten Hinterhalte auf beiden Seiten des Hohlweges, wo eine
Capelle zum Denkmal ist, selbst überrascht und Bregenz gerettet
worden. Hierüber ist in dem Ti roler Alma na ch 1802 eine schöne
Ballade. Nur scheint uns, dass dergleichen Sagen zwar poetisch ausgemalt,
in wesentlichen Umständen aber nicht verändert werden
sollten.”
Wir wollen nun den Inhalt dieser Ballade s) : „Die Rette rinn
von Bregenz 1408” in Prosa vernehmen: Nach der Zerstörung der
') Vorarlberg, aus den Papieren des Priesters Franz Jos. Weizenegger, herausgegeben
von Meinrad Merkle. Innsbruck 1839. Bd. III, 163.
In der kleinen Ausgabe zu Stuttgart und Tübingen 1832. Bändchen XI, 185.
3 ) In des Freiherrn von Hormayr Tiroler Merkwürdigkeiten und Geschichten.
1802. Thl. II, 275—279.