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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 9. Band, (Jahrgang 1852)

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Joseph  Bergmann.

Nach  den  Aufzeichnungen  des  Mehrerauer  Priors  Franz  Ramsperg
  (f  1670)  hiess  sie  Gutha  oder  Guthe,  d.  i.  Juditha.  Sie
verlangte  als  Belohnung  gute  Nahrung  und  Obdach,  was  ihre  Armuth
bezeugt,  jedoch  soll  die  Nachtwache  der  Stadt  von  Martini  bis  Lichtmess ­
  die  neunte  Abendstunde  mit  dem  Rufe  anzeigen:  „Ehret  die
Guta’\  das  im  Volksmunde  in  Ehreguota  oder  Ehrguta  zusammenschmolz
  und  einigen  Schriftstellern  Veranlassung  zu  dem  Namen
Hergotha  gab.  Diese  Anordnung  des  armen  Weibes  wurde  durch
404  Jahre  getreu  befolgt,  bis  1812  der  damalige  k.  baierische  Landrichter ­
  Weber  diese  geschichtliche  Erinnerung  abschaffte;  im  Jahre
1814  aber  fand  dieser  Wächterruf  beimMankbaren  Volke  wieder  allsogleiche
  Aufnahme  t).
Johann  von  Müller  sagt  in  seinen  Geschichten  der  Schweizerischen ­
  Eidgenossenschaft 2 ):  „Den  St.  Gallern  und  Appenzellern
blieb  der  Zug  unverborgen,  sobald  er  in  Gegenden  gekommen,  deren
Einwohner  sie  kannten;  sogleich  begehrten  sie  Verstärkung.  Die
Stunde  ihres  Angriffes  wussten  sie  nicht;  ihre  Lagerung,  vom  Nebel
unsichtbar,  verrieth  ein  Weib.”  Die  Anmerkung  hiezu  Bändchen  XIX,
S.  138,  Nr.  955  b  lautet:  „Das  ist  Hergothe,  deren  Bild  oben
in  der  alten  Stadt  Bregenz  noch  geehrt  wird.  Sie  soll  in  der
Zechstube  zu  Rankwyl  gehört  haben,  wo  und  wie  die  Appenzeller
Bregenz  vor  Erscheinung  des  Entsatzes  zu  erstürmen  gedenken,  worauf
sie,  es  zu  melden,  in  Schnee  und  Regen  heimgeeilt;  hierauf  seien  die
Heranziehenden  von  der  Bürgerschaft  und  Besatzung  aus  einem
doppelten  Hinterhalte  auf  beiden  Seiten  des  Hohlweges,  wo  eine
Capelle  zum  Denkmal  ist,  selbst  überrascht  und  Bregenz  gerettet
worden.  Hierüber  ist  in  dem  Ti  roler  Alma  na  ch  1802  eine  schöne
Ballade.  Nur  scheint  uns,  dass  dergleichen  Sagen  zwar  poetisch  ausgemalt, ­
  in  wesentlichen  Umständen  aber  nicht  verändert  werden
sollten.”
Wir  wollen  nun  den  Inhalt  dieser  Ballade  s) :  „Die  Rette  rinn
von  Bregenz  1408”  in  Prosa  vernehmen:  Nach  der  Zerstörung  der

')  Vorarlberg,  aus  den  Papieren  des  Priesters  Franz  Jos.  Weizenegger,  herausgegeben ­
  von  Meinrad  Merkle.  Innsbruck  1839.  Bd.  III,  163.
In  der  kleinen  Ausgabe  zu  Stuttgart  und  Tübingen  1832.  Bändchen  XI,  185.
3 )  In  des  Freiherrn  von  Hormayr  Tiroler  Merkwürdigkeiten  und  Geschichten.
1802.  Thl.  II,  275—279.
            
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